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Die Phönicier.
nommen haben. Hinsichtlich der Herkunft des Volkes waren die Grie-chen der Ansicht, daß es von dem erythräischen Meere, unter welchemsie alles Meer an den Südküsten Asiens verstanden, cingewandcrt seiund den Namen desselben deuteten sie nach ihrer Sprache auf den Reich-thum an Palmen, durch, welchen der neu gewonnene Wohnplatz amMittelmeere ausgezeichnet war. Verdient es Glauben, daß das Volk,während der einheimische Namen Kanaan war, den Namen PhönicierLn seinen am Mittclmecre gelegenen Wohnsitzen von den Griechen er-halten hat, so bleibt unbekannt, wie das Volk in seiner angeblichen Hei-math am persischen Meerbusen geheißen. Doch liegt die Vermuthungnahe, daß die Angabe von jener Einwanderung nur ein mißlungenerVersuch war, den Zusammenhang zwischen der Bevölkerung beider Ge-genden, der durch die auf den Baharein-Inseln gelegenen Städte Ty-rus oder Tylus und Aradus bezeugt war, zu erklären und daß diephönicische Bevölkerung am persischen Meerbusen von Phönicien ausge-gangene Ansiedler sind. Die Phönicier hielten bei der Unbekanntschaftdes heidnischen Altcrthums mit der Einheit des Menschengeschlechtes sich,wie andere Völker, deren Erinnerung zu der Zeit der Besitznahme ihrerWohnplätze nicht hinaufreichte, für Autochthoncn, d. h. für ursprünglicheAngehörige des von ihnen bewohnten Landes. Ein solcher Glaube be-festigte sich um so mehr, je inniger ein Volk durch die Begünstigung,welche seine vorherrschende Thätigkeit von der Beschaffenheit des Landeserhielt, sich an das Land geknüpft sah. In der Beschaffenheit Phöni-ciens liegen wesentliche Bedingungen zu dem, was sie vor den übrigenVölkern ihrer Zeit auszeichnet, zu Kunstfleiß und Handel. Zhr Landreichte, lang und schmal an der Küste von Norden nach Süden ausge-dehnt, von der Stadt Aradus bis zu dem Berge Karmel. Es war einKüstensaum am Fuße des Gebirges Libanon, dessen Zweige es hier undda durchzogen und als Vorgebirge in das Meer ausliefen. Erst inZeiten, wo die Selbstständigkeit des Volkes aufgehört hatte, erhielt derName eine ausgedehnte Bedeutung und bczeichnete das ganze von derGrenze Cilicienö bis zu der Grenze Aegyptens reichende Küstenland, weilauch außerhalb jenes engeren Phöniciens in den Städten, von denen einTheil phönicischen Ursprungs war, Phönicier sich im Besitz des Handelsbefanden. Das eigentliche und ursprüngliche Phönicien, gegen die Landscitcdurch Syrien in engerem Sinne, d. h. den Theil des weiteren Syriens, dernach Abzug Phöniciens, Palästinas und Philistäas übrig bleibt, sowie durchPalästina begrenzt, war von einer großen Zahl von Seestädten besetztund die Beschränktheit des Landes, die große Menge der Bevölkerung,die hafenreiche Küste, die Schiffsbauholz liefernden Wälder des Liba-non wiesen dem Volke das Meer als Schauplatz seiner Thätigkeitan. Die Trennung des Volkes in eine Anzahl kleinerer, von einan-