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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Acgyptier.

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der verbreiteten Kunde einer Fülle von Wundern des Landes und dergchcimnißvollcn Art, mit welcher die ägyptischen Priester wißbegierigenFremden begegneten, so lag doch auch das Seltsame und Anstößige inder den Thieren gewidmeten Verehrung zu Tage. Nicht allein, daßmanche der Götter in thierähnlichen Gestalten abgebildet wurden, vieleThiere waren an sich Gegenstände der Verehrung, so 'daß man dadurchan den Fetischdienst der Negerstämme erinnert wird. Das Geheimnißdes natürlichen Lebens, auf dessen Betrachtung ihr Götterdienst beruhte,scheint gerade mittelst der Thiere auf ihre Anschauung so mächtig ge-wirkt zu haben, daß sie mit einer durch das Heidenthum verbreitetenVerwechslung den Sinnbildern dunkel geahnter Kräfte eine selbstständigeBedeutung gaben. Am bekanntesten ist die Verehrung des Apis, einesStieres, der als Sinnbild in den Bereich des der Sonne gewidmetenDienstes gehörte. Zu einem solchen Sinnbilde eigneten sich nur schwarzeStiere, die gewisse weiße Zeichen an sich trugen und deren Auffindungwar daher für das Land ein großes Fest. Daß aber, ungekannt vonder Menge, eine minder verzerrte Religion als Eigenthum der Priesterbestanden hätte, wird durch keine Spur angedeutet. Zwar fehlte esnicht an dem, was die Griechen Mysterien nannten, aber dieselben bil-deten nicht, wie in Griechenland, die Einführung in eine von grobenZuthatcn sinnlicher Auffassung freiere Lehre, sondern knüpften sich an be-kannte Göttergeschichten und machten Bestandtheile des volksmäßigenDienstes aus. Nichtsdestoweniger verräth sich in der Annahme, daßvor den menschlichen Königen Götter über Aegypten geherrscht, daß vonihnen alle Erkenntniß und Lebensordnung stamme, das Bewußtsein einerübernatürlichen Grundlage der Religion. Dadurch wurde die Verbrei-tung der Religion, die Gründung von Tempeln und die Ansiedelung vonPriesterschaften für benachbarte Nomadenvölker eine um so größereWohlthat. Eine solche Verbreitung bediente sich des Handels, indemdie Sitze des Götterdienstes dem Handel Sicherheit und Schutz gewähr-ten und an einen dem Gewinn gewidmeten Dienst eine Anregung zurErhebung des Blickes über das leibliche Bedürfniß knüpften. Dafürflössen durch den Handel den pricsterlichen Ansiedelungen auch wiederdie Mittel ihres Bestandes zu. Ein solcher Mittelpunkt eines großen,das Innere Afrikas mit der Nordküste und mit Arabien verknüpfendenHandelsverkehrs war der Prieftersiaat Meroe und von gleicher Artwar der von Meroe und Theben gemeinschaftlich gegründete Staat derAmmonier auf der großen zwölf Tagereisen westwärts von Memphisentfernten Oase Siwa, wo die Priefterherrschaft des mit einem Widder-kopfe dargestcllten Gottes Amun regierte. Dem Bewußtsein eines durchdie Religion vermittelten Zusammenhanges mit einer übersinnlichen Weltentsprachen der Glaube an Unsterblichkeit der Seele und die an den