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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Babylonier und die Assyrier.

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Raum, den sie bei der ersten Niederlassung eingenommen, in chre Ring-mauern eingeschlossen hatten. In dieser Ausdehnung konnte Babylonbei der durch benachbarte Nomadenstämme entstehenden Unsicherheit zu-gleich als Zufluchtsort gegen deren Angriffe und Plünderungen dienen.Unterworfene Völker haben wohl zu der Aufführung der großen, theilsaus gebrannten, theils aus bloß getrockneten Steinen und Erdharz er-richteten Gebäude, an welchen sich zum Theil reicher Schmuck von Bild-werken auf Alabasterplatten findet, die Arbeiter geliefert. In Reli-gion und Cultur hatten beide Reiche manches Gemeinsame und derwesentlichste Unterschied scheint auf dem Eingänge zu beruhen, welchen inAssyrien die Einwirkung östlicherer Völker fand. Die babylonische Re-ligion war ein Götzendienst, der die in der Natur wirkenden Kräfte mitGöttlichkeit ausstattcte, und mittelst der Erhebung natürlichen Ent-stehens und Wachsthums zu Gegenständen religiöser Verehrung auchLeben und Sitte verderbte. Daher knüpften sich an den Dienst desBaal und der Mylitta Gebräuche empörender Unsittlichkeit, die Babylonschon bei seinen Nachbarn in den Ruf der Unzucht brachten. In Ver-bindung mit dieser Richtung der Religion stand die Verehrung der Ge-stirne und daran sich knüpfende, zugleich den Bedürfnissen der Bodenbe-bauung entsprechende und durch die Beschaffenheit des Landes und seinesHimmels geförderte Beobachtung der Gestirne, die Babylonien zur Hei-math der Astronomie und bei dem Bestreben, in dem Laufe und denStellungen der Sterne künftige Geschicke angedeutet zu finden, auch derAstrologie machte. Astronomie und Astrologie machten daher den Haupt-inhalt der Weisheit aus, wodurch die babylonische Priesterschaft, die ur-sprünglich eine herrschende Kaste gewesen zu sein scheint und nach demNamen des Volkes Chaldäer genannt wird, weit über die Dauer desbabylonischen Reiches hinaus berühmt geblieben ist. Die übrigen Rich-tungen der Thätigkeit des Volkes waren bestimmt durch das Bestreben,das Land nach den von der Natur bezeichneten Bedingungen einzurichtenund für Lebensunterhalt und Wohlleben möglichst reiche Mittel zu ge-winnen. Dämme zähmten die Fluten der jährlich durch das Schmelzendes Schnees in den armenischen Gebirgen hoch anschwellenden Ströme,künstliche Teiche sammelten den Uebcrfluß der Gewässer und Kanäle,worunter der bedeutendste der Naarmalka oder Königskanal, der aus derdem Tigris am nächsten liegenden Stelle des Euphrat nach der Stelleder späteren Stadt Seleucia führte, dienten theils das wegen Regen-mangels trockene Land zu bewässern, theils dem angeschwollcnen Euphrateine Ableitung nach dem tiefer fließenden Tigris zu geben. Die Frucht-barkeit allen Theilcn des Landes mitzutheilen, bediente man sich mecha-nischer Vorrichtungen, die das vielfach geleitete Wasser auf die höherenStellen cmporhobcn. Das Land war im Gegensätze zu dem nördlichen