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Die Babylonier und die Assyrier.
Babylonier unter Arbaces und Belesys unterliegt. Auch er ist mythi-scher Natur, erinnert in dem Verein von weibischem Wohlleben undmännlicher Kraft, der sich in der Schilderung seines Lebens und Todesansspricht, an andere Gebilde heidnischen Götterglaubens, bildet mit derGeschichte seiner Selbstverbrennung eine Erinnerung an die Verehrungdes Gottes, mit dessen Vorstellung die seinige sich vermischt hat, undsteht wahrscheinlich als der letzte Träger der weichlich despotischen assy-rischen Herrschaft nicht einmal an der rechten Stelle, da die an seinenNamen geknüpfte Nachricht von dem Falle Assyriens und Ninives mitGrund bestritten wird und Ereignisse späterer Zeit hieher zurückver-legt scheinen.
3. Die Zeit, in welcher sich das assyrische Reich zur Herrschaftüber das von den Griechen so genannte obere Asien erhoben, wird nachPrüfung der vereinzelten und nicht in Uebcreinstimmung zu bringendenBerichte um das Jahr 1300 vor Christi Gebnrt gesetzt und, was dieSage von Sardanapal berichtet, erscheint als eine 250 Jahre nach derErhebung der assyrischen Macht erfolgte Losreißung unterworfener Völ-ker, namentlich der Meder im iranischen und der Babylonier im semiti-schen Gebiete, aber als eine Losreißung, welche das assyrische Reichnicht vernichtete, vielmehr dessen späteren Herrschern eine neue Aus-dehnung ihrer Macht nach Südwesten, ja eine erneute Oberherrschaftüber Babylonien nicht unmöglich machte. Dieser neuen, dnrch die Nach-richten der heiligen Schrift mehr aufgehellten Zeit Assyriens und derZeit eines neben ihm und zu seinem Untergange neu sich erhebendenbabylonischen Reiches gehören zumeist die Trümmer der beiden großenStädte Babylon und Ninive an, deren Pracht und Größe die Sagenauf Semiramis zurückführcn. Wohl mag auch Babylon, die Stadt deszu einem uralten Könige umgedcuteten Gottes Belus, ein Aufenthalts-ort assyrischer Herrscher gewesen sein und es so einem wirklichen Ver-hältnisse entsprechen, wenn, wie das mächtige Ninive mit dem Grabmaldes Ninus, so auch seine Mauern und Thore, seine Tempel und Pa-läste, seine Brücke und der beide Stadttheile verbindende, unter demEuphrat hinlaufende Gang, seine Uferdämme und seine hängenden d. h.terrassenförmig angelegten Gärten der assyrischen Königin, die sich ähn-liche Denkmale auch in Medien gesetzt haben sollte, zugeschrieben werden.Größeren Antheil haben an der Gründung dessen, was jetzt in denTrümmerhügeln von Ninive und Babylon entdeckt wird, die späterenassyrischen und babylonischen Eroberer und vielleicht wird die Entziffe-rung der in beiden Städten befindlichen Keilinschriften über diesen An-theil bestimmten Aufschluß geben. Die Städte waren in ungeheurenVerhältnissen erbaut, großen, bequem ausgebreiteten Heereslagern zuvergleichen, die sich in feste Ansiedelungen umgewandelt, aber den ganzen