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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Einleitung.

nigfaltigen Gegenständen, in welche eine geschichtliche Reiche sich auflöst,zu treffende Wahl und das Maß der Beleuchtung.

2. Die Weltgeschichte entsteht, indem das gesammte Leben undThun der Menschheit auf Erden zum Gegenstände geschichtlicher Be-trachtung gemacht wird, und dieses geschieht in Folge der Ueberzeugung,daß die Menschheit ein zusammenhängendes Ganze bildet, dessen einzelneneben einander bestehende Theile sich ebensowohl gegenseitig in ihremSchaffen und Leiden bedingen, als Alles, was zu einer Zeit mit ihmvorgeht oder von ihm ausgeht, zugleich spätere Begebenheiten Hervor-rust und spätere Zustände gestaltet. Kann auch -die Menschheit alsGanzes sich nirgendwo unmittelbar der Betrachtung darbieten, und hatdiese es vielmehr immer mit dem, was sich bei einzelnen Gliedern der-selben und unter dem Einflüsse der diesen Gliedern zugehörigen Eigenthüm-lichkeiten zugetragen, zu thun, so geht doch die Verschiedenartigkeit, diehierdurch das allgemein Menschliche an verschiedenen Stellen erhält, ebensowohl die ganze Menschheit an, als die Wirkungen der Begebenheiten überderen Schauplatz hinausreichen. Die Weltgeschichte als Wissenschaft beruhtalso auf der Kenntniß dessen, was sich in den verschiedenen Richtungenmenschlicher Thätigkeit entwickelt hat, verbunden mit der Kenntniß der Wech-selbeziehungen dieser Richtungen und des Verhältnisses, in welchem einejede zu der Gestaltung der menschlichen Zustände beigetragen hat. Auchin der Verschlingung der einzelnen Richtungen ermißt sich Bedeutungund Werth der einzelnen Erscheinung nach dem Grade der Förderung,welche darin das Leben der Menschheit in Bezug auf sein höchstes Zielgefunden hat. Daher hat die Weltgeschichte das als letzte Aufgabe,den Weg zu erforschen und zu verfolgen, auf welchem Gott die Men-schen zu einer freien ihm darzubringenden Huldigung anleitet. So sehrauch bei der Gewinnung des Stoffes der Blick durch die zerstreuende'Vielfältigkeit des Einzelnen gehindert sein mag, augenblicklich jene höchste

Rücksicht festzuhalten, so erneuert sich dennoch beim Zusammenfassen derErgebnisse immer wieder die Forderung, alle die mannigfachen unterge-ordneten Zwecke, denen alles sichtbar Wirkende dient, auf jenen höherenZweck zu beziehen, zu welchem Gott die willigen Kräfte leitet, die wider-strebenden zieht, dem von ihm der Weltgeschichte vorgezeichneten Planezu dienen.

3. Nun soll aber dieselbe Wissenschaft, welche über aller geschicht-lichen Forschung als Ideal schwebt, zugleich in ihren äußersten Um-rissen als Mittel der Vorbereitung auf geschichtliches Studium dienen,indem das, was sich als Ergebniß der Forschung feststellt, zugleich denWeg bezeichnen soll, auf welchem der Einzelne die Thätigkeit der Mensch-heit und das Walten der göttlichen Vorsehung über ihr zu begreifensucht; dabei ergeben sich die äußeren im Bereiche der Wahrnehmung