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5 (1830)
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Rede über den Kaiser Friedrich Barbarossa.

schichtliche Borrath Deutschlands aber entbehrt des wissenschaftli-chen Lichts, und wir haben ihn nicht nur allenthalben her, ausverschiedenen Schriftstellern zusammen zu bringen, sondern muffenauch selbst die schöne Form ihm geben, und dieses Beides übttheils das Urtheil in Ansehung der Auffindung und der Eintei-lung, theils die Gewandtheit des Geistes in der Darstellung aufs mannichsache Weise. Eben darum wünsch' ich, daß auch die> andern Gelehrten sich bestreben möchten, sich um die deutscheGeschichte durch eine edle Darstellung derselben Verdienste zu er-werben, weil ich sehe, daß unsre Fürsten den gefeiertsten Köni-gen und Kaisern, bei den Griechen und Römern, an die Seitegestellt werden dürfen.

Ich habe daher Friedrich den Nothbart zum Gegen-stand meiner Rede gemacht, und obgleich ich nicht aller Thatendesselben erwähnen kann, so will ich doch einige herausheben,aus welchen man die Größe seines Geistes, seine Treue, Stand-haftigkeit und Frömmigkeit wird beurtheilen können, damit IhrEuch überzeuget, daß ihm keine eines großen Mannes und gutenFürsten würdige Tugend gefehlt hat. Ich bitte aber, meine Redegelassen anzuhören; denn auf diese Weise werdet auch Ihr dasLob der Pietät davon tragen, wenn Ihr werdet zu erkennen ge-ben, daß das Bestreben derer, welche sich bemühen, das Vater-! land zu schmücken, Euren Beifall hat. Obgleich nun viele Lob-reden gewöhnlich damit beginnen, daß sie von dem Adel derHerkunft erzählen, weil man glaubt, daß die Keime der Tugendvon guten Aeltern auf die Nachkommen fortgepflanzt werden, sowerde ich doch hier kürzer sein, weil die edle Abstammung einesMannes, der in einer kaiserlichen Familie geboren worden ist,j nicht unbekannt sein kann. Denn Konrad, der Oheim Fried-i richs, war Kaiser. Doch ein größerer Ruhm ist, daß er seinen

! edlen Ahnen nicht nur nicht unähnlich geworden, sondern viel-

mehr durch geistige Vorzüge und Tugend dieselben weit übertrof-sen hat. Seine trefflichen, erhabenen Eigenschaften bezeugt auchder Umstand, daß, ungeachtet Viele der mächtigsten Fürsten sichum den Kaisecthron bewarben, dennoch die Kurfürsten diesenJüngling Allen vorzogen; was nicht geschehen sein würde,wenn nicht eine ganz besondere Fähigkeit dazu aus ihm hervor ge-leuchtet hätte, welche zu der Voraussetzung berechtigte, daß erder Regierung und Verwaltung der wichtigsten Angelegenheitengewachsen sein würde. Und in der That, er hat diese Hoffnungder Kurfürsten nicht getauscht; denn gleich bei dem Antritt der