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5 (1830)
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Rede über den Ausspruch Christi:

ter die Kirche empfiehlt, und das Opfer, welches Er im Begriffist, darzubringen, ihr zueignet, stets vor Augen zu haben. Undzwar bittet Er mit erhabener Weisheit um die höchsten Güter:zuerst, daß Gott durch die Stimme des Evangelium aus demMenschengeschlechte eine Kirche sammeln, und um dieses Opferswillen dieselbe gmrdig annchmen wolle. Sodann, daß in dieserKirche, durch die Vereinigung aller Herzen im Bekenntnisse einerLehre, ununterbrochene Uebereinstimmung und feste EintrachtStatt finden möge. Drittens, daß Er dieselbe aus dem Kerkerdieses Lebens herausgeführte Gemeinschaft mit ewigen Gütern,und der Gemeinschaft des Himmels, mit dem Genüsse des un-mittelbaren Anschauens Gottes, Seiner Weisheit und Güte bese-ligen wolle.

O betrachtet die Weisheit dieses unsers betenden Hohenprie-sters! Die wichtigsten Gegenstände, die höchsten Bedürfnisse um-faßt Er in jenem festlichen Gebet, und cs ist dasselbe aus vie-len Ursachen ausgezeichnet worden. Einmal müssen wir wissen:diese höchsten Güter sind gleichsam als Erbtheil und Vermächtnis?für uns vom ewigen Vater erfleht worden, und werden uns zu-verlässig zu Thcil. Denn dieses feierliche Gebet des Sohnes istkeineswegs ein unwirksames; es wird ja hernach dieses SeinTestament auch durch Sein Blut bestätigt!

Er will aber auch in uns Fleiß und Sorgfalt erwecken, solcheGüter zu erflehen und zu bewahren; Er will, daß wir unsreWünsche, unser Seufzen an Sein Gebet unablässig anschließen,welches Er nicht dieses Eine Mal nur gesprochen hat, sondern csist das Sein fortwährendes Gebet. Damals, als Ec vor demzürnenden Vater Sich beugte, und für Adam und Eva Fürspre-cher war, hat Er dieß Gebet begonnen. Und auch jetzt noch wie-derholt Er in jenem geheimnisvollen -Rath, indem er zu Gunstender kampfenden Kirche den Zorn des ewigen Vaters sühnt, indiesem thörichten Alter der Welt, unablässig dieselbe Bitte.

So wollen wir mit diesem Deinen unablässigen Gebet, DuGottessohn, Jesus Christus, Du Mittler und Hoher-priester, unsre Wünsche und unsre Thränen vereinigen, undbitten mit Dir den ewigen Vater, Er wolle um DeinesOpfers willen allezeit die Kirche unter uns sammeln, und AllerGesinnungen und Bestrebungen durch das Bekenntnis der wah-ren Lehre und durch wahre Anrufung vereinigen, auf daß wirwahrhaft Eins seien in Gott, und derselbe uns dermaleinst,wenn wir frei geworden, in Deine Gemeinschaft führe! Sol-