Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
194
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194 Rcdc von dcm unter drei Scheffel Mehl gemischten Sauerteige,

solche furchtbare Uebel, Finsterniß im Geiste, den Brand feindli-cher Leidenschaften im Herzen, Ehrgeiz, Feindseligkeit, Rachsucht,unstäte Begierden, unreine Lüste, ja sogar, daß er die Nachstel-lungen des Teufels vertreiben könne? Einer solchen Menge vonUebeln willst du eine unansehnliche Saucrteigmasse entgegen setzen?gleich als wolltest du mit dcm Finger, oder einem zerbrechlichenRohre den ganzen Alpenstock verschieben? Aber wir sollen wis-sen, daß der Sohn Gottes selbst mit diesem Sauerteigsich verbindet, und daß die Stimme des Evangelium nicht einleerer Schall, sondern in Wahrheit eine Kraft Gottes ist,wie Paulus sagt, durch welche nicht nur jene Uebel in unsvertrieben, sondern auch in uns Leben, Weisheit, Gerechtigkeitund ewige Freude wieder hcrgestellt werden. Es leuchtet der Ver-nunft die wahre Gottcserkenntniß, indem durch die Stimme desEvangelium das Wort des ewigen Vaters selbst den Willendes ewigen Vaters kund thut, und dir das Leben wieder gibt.Derselbe entzündet auch durch Seinen Geist in deinem Herzen eineFreude, die in Gott ruht, die dich treibt, Ihm dich zu nähern,und dir Muth verleiht, Ihn anzurufen. Diese neuen Flammenim Herzen drängen die unstäten Triebe zurück. So wirst du vomSauerteig nicht nur äußerlich berührt, sondern er durchdringt alledeine Kräfte; was auch der hebräische Ausdruck bezeichnet, indemes heißt: Du sollst drei Scheffel Mehl kneten. Dieses Knetengeschieht in den täglichen Mühen und Plagen, durch welche einJeder in seinem besonder» Beruf oder Schmerz hart geprüftwird. Dieses Kneten geschah an David, als er durch denFrevel seines Sohnes aus dem Reiche vertrieben, und noch weitmehr in seinem Herzen durch die Erinnerung an seinen schimpfli-chen Fall gepeinigt wurde. Es hielt ihn jedoch das im Sauer-teig verborgene lebendige Wort aufrecht. Laßt uns dabei dieunermeßliche Güte Gottes, und die Liebe des Sohnes gegenuns erwägen, erkennen und dankbar preisen, und uns und An-dere von der Gegenwart des Sohnes Gottes, der in derKirche regiert und waltet, und sie erhält, richtig unterweisen, da-mit wahre Anrufung angeregt werde. Durch solche Betrachtun-gen wollen wir uns ermuntern, und so wir das thun werden,so wird der Sohn Gottes mit uns sein, und die Bahn unsrerwissenschaftlichen Bestrebungen und unsers Lebens überhaupt lei-ten, und uns zu nützlichen Werkzeugen für uns und für dieKirche bilden. Kein größeres und herrlicheres Gut läßt sich den-ken als dieses! Wie groß sind die Arbeiten, wie groß die Kämpfe