Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
189
Einzelbild herunterladen
 

Rcdc von dem unter drei Scheffel Mehl gemischten Sauerteige rc. 189

richte, glücklichen Erfolg aber von Gott ersiehe und erwarte.SeiGott ergeben," sagt der Psalm,und bitte zu Ihm."

Darum, wenn gleich diese unsere Arbeit im Lehren und Ler-nen, und den ganzen wissenschaftlichen Berus viele Beschwerden,Verachtung, Haß, Armuth, furchtbare Kampfe, Schmähungen,Undankbarkeit, Verbannung, Todcsurthcile begleiten; wir entzie-hen uns dennoch, in dem Bewußtsein, daß Gott sehr ernstlichdas Geschäft des Lehrcns sowohl als des Lernens anordnct, diesenKämpfen nicht, und werfen nicht die Anstrengungen und Mühendieses unsers Berufes ab. Wir bitten aber den Sohn Gottes,welcher das Wort des ewigen Vaters ist, daß Er selbst diesenvernünftigen Gottesdienst" leiten und fördern wolle.

Menschliche Wachsamkeit und menschliche Weisheit ist un-fern Gefahren und Kämpfen nicht gewachsen. Denn eines Theilsfällt der Geist von Natur leicht in Erschlaffung, und die Teufelstellen den Lehrenden und Lernenden vielfältig nach, wie furcht-bare Beispiele aus allen Jahrhunderten zeigen. Denn welcherZeitraum war ohne abenteuerliche Meinungen, ohne Lästerungen,ohne Ränkeschmiederei, ohne Verfälschungen, ohne Zwietracht?Die Bücher sind vorhanden, welche Zeugnis geben vom ganzenAlterthum. In der Kirche jedoch laßt der Sohn Gottes dasLicht der Wahrheit nicht gänzlich verlöschen, und wie Er dasWort des ewigen Vaters ist, so ist Ec auch durch die StimmeSeiner Lehre wahrhaft wirksam, und unterweiset und kräftigetmanche Gemüther, daß sie nicht von der Wahrheit abirren; wieEr denn auch fleht:Heilige sie in der Wahrheit; DeinWort ist die Wahrheit!"*) Es wird aber dieses letzte undwahnwitzige Zeitalter der Welt um so mehr Jrrthümec haben,weil die Zerfleischungen der Kirchen wie der Staaten allmäligsteigen werden. Zugleich wird Haß und Feindseligkeit zuneh-men, und der Wahnsinn ehrgeiziger Köpfe wird die Unterredun-gen und Berathschlagungen der Vernünftigen verhindern. Darumwollen wir unsere Gefahren erkennen, und den Sohn Gottes,unfern Herrn Jesus Christus, unablässig anflehen, uns zuleiten und stark zu machen, damit wir nicht von Ihm weichen.

Ich habe dieß, in Bezug aus die wissenschaftlichen Arbei-ten gesprochen, um den Fleiß im Lernen sowohl, als im Ge-bet, anzuregen. Nun aber will ich, da es sich geziemt, vor die-ser achtbaren Versammlung Euch in besonderer Beziehung der

') Joh. 17, 17.