Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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165
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gehalten 1543.

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möchten! Dieses Uebel hat der Kirche oft geschadet. Doch ichs übergehe die Beispiele von den Lehrern. Denn der Leser, deri mit dcni gewöhnlichen Gange des Lebens nicht unbekannt ist,! wird, wenn er die paulinischen Ermahnungen erwägen will, bc-i merken, daß ec auf Vieles aufmerksam macht, was ein weiser,l geistvoller Regent wahrzunehmen hat.

Nun beachte die Jugend auch dieses, daß Paulus mitwissenschaftlicher Bildung und Gelehrsamkeit ausgerüstet gewesen,was seine lichtvolle Sprache und die Ordnung in seiner Darstel-^ lung beweist. Denn er gebraucht viele bedeutsame Worte, derenwichtiger Inhalt ohne gelehrte Bildung nicht verstanden wird.Er hätte wohl nichts Traurigeres und Härteres sagen können,um den bittcrn Haß zu bezeichnen, von dem die Heuchler gegeni das Evangelium entflammt sind, als wenn er sprach: die Apostell würdenAuswürfe und Scheusale" genannt. Diese Worte mag^ man ohne Kenntniß der alten Geschichte nicht verstehen. Oftbraucht er den Ausdruck *) wenn ec von der ge-

genseitigen Liebe spricht. Aber auch die Bedeutung dieses Wor-l tes wird durch die Geschichte ausgehellt. Paulus sicht, daß' Viele recht geflissentlich daraus ausgehen, die Eintracht unter den. Menschen zu zerreißen. Darum ermahnt er, daß wir bei un-s fern Handlungen Eintracht der wechselseitigen Bestrebungen be-: zwecken und gegenseitiges Wohlwollen unterhalten sollen, was

s nicht geschehen kann, wofern man nicht durch Mäßigung undphilosophische Lebenskunst die innern Regungen leitet. So nenntdie Geschichte diejenigen Maßregeln <7u/,/A/4«(7»xc«, welche denc bezeichnet»! Zweck beabsichtigen. Um diesen Eifer uns zu em-!> psehlcn, bedient er sich dieses bedeutungsvollen Ausdrucks der Ge-schichtsschreiber. Den Lehrern empfiehlt ecdas Wort der. Wahrheit recht zu kheilen."**) Eine treffliche Metapher, von' den Opfern hergenommcn, bei welchen cs eine besondere Kunstwar, die Glieder zu thcilen, von denen ein Theil verbrenntwurde, der andere den Priestern verordnet ward. Auch diesesBild drückt Viel aus.

! Ich könnte, wenn cs die Zeit erlaubte, noch gar viele Bei-j spiele anführen, welche zeigen, daß cs dein Paulus weder anGelehrsamkeit, noch an Genauigkeit gemangelt hat, und daß zum

Eigentlich! zusammcnbringcn, Einen mit dem mindern zur Versöh-nung oder zum Bündnis, daher zusanuncnsügcn, vereinigen.

") 2. Limoth. 2, 15.