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5 (1830)
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Rebe übcr den Apostel Paulus,

neue Gehorsam beginnen müsse, und wie er gefällig sei. Erzeigt den Frommen einen festen, gewissen Trost, welcher der An-fang des ewigen Lebens ist. Es wird das Nämliche auch in denSchriften der Propheten und der übrigen Apostel gelehrt. Denndie wahre Kirche hat in Ansehung der.Wohlthaten des SohnesGottes eine ununterbrochene Verkündigung. Aber die Dar-stellung des Paulus, der ganz eigentlich der Ausleger der Pro- sphcten ist, fügt vieles Licht hinzu. Aber o! der bejammernswer-then Finsterniß in den menschlichen Herzen! Ungeachtet diesehochwichtigen Sachen im Paulus deutlich genug aus einandergesetzt sind, so gibt's doch manche, übrigens nicht ungelehrteMenschen, und hat deren gegeben, welche, wenn sie sahen, daßdie im Paulus ausgesprochene Lehre von der Gerechtigkeit unddem Gesetze mit dem Unheil der menschlichen Vernunft nicht zu-sammcnstimmte, von den Worten des Paulus sich entfernten,und indem sie Verfälschungen in manchen Punkten erdichteten,Paulum in menschliche, philosophische Meinungen umbildcten.Wir sollen aber Zuhörer und Schüler, nicht Kritiker und Rich-ter der himmlischen Weisheit sein; denn fände zwischen ihr und szwischen Philosophemen kein Unterschied Statt, wozu bedürft' csder Stimme des Evangelium, welches der Sohn Gottes ausdem Schoße des ewigen Vaters hervorgebracht hat? Denn wennwir annehmen, daß die Apostel ihre Ucberzeugung eben so gewißaussprechcn wollten, als sie es konnten, so müssen wir ohneZweifel aus ihrer Darstellung eben, vermittelst genauer Verglei-chung der einzelnen Glieder, den Lehrbegriff gewinnen, und wieBasilius sagt,den Stein nach der Richtschnur richten," nichtaber die Richtschnur nach menschlichen Meinungen verrücken!

Wir wollen aber Gott dafür danken, daß in unfern Kirchendie einfache, lautere Lehre wiederum leuchtet, und um dieselbe zu >bewahren, lieben Jünglinge, sind zwei Stücke Noch: wahre Hec-zensfrömmigkeit und reger, eifriger Fleiß in allen edlen Wissen-schaften. Wozu Paulus seinen Timotheus verpflichtet, daßer über dem, in seine Hände gelegten, seiner Treue empfohlenenEvangelium wachen, und dasselbe treu bewahren soll, dazu achtetauch Ihr Euch streng verpflichtet; denn Euch hat Er zur Ge- <meinschaft desselben Amtes berufen, welches Christus, diePropheten und Apostel verwaltet haben!

Oftmals, wenn ich diese Hochschule betrachte, die wir mitRecht lieben als die treue Amme, welche uns wie mit der himm-lischen Lehre, so mit allen übrigen trefflichen Wissenschaften pflegt