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Rede über den Apostel Paulus,
reichhaltigen Gegenstände gereicht mir auch das zum Nachthcil,daß mir eine weit kürzere Zeit zum Reden zugemessen ist, als ^der Reichthum dieses Thema's erheischt. Daher will ich, ummit dem Dichter zu reden, „in der Kürze nur die Hauptmo-meute berühren." Hatte ich mir nun vorgenommen, die altenLobredner nachzuahmen, so würde ich zuerst von dem Geschlcchte,dem Vaterlande, der Kindheit des Paulus reden. Zeh will laber von einem andern Punkte ausgehen. Zuerst muß die Ju- ^gend darauf aufmerksam gemacht werden, welchen Nutzen es jhabe, sich mit diesen Geschichten bekannt zu machen. Denn cssind vornehmlich drei Ursachen; die erste: damit wir bedenken,was die Kirche sei, und ihre Führer und Leiter als göttliche Ge-sandte anerkennen, und Gott von ganzem Herzen danken fürdie uns geschenkten ewigen Güter, und für die Diener, durch 'welche er sie den Menschen ertheilt. Der zweite Grund ist, da- ^mit die Betrachtung ihrer Wirksamkeit und ihrer Tugenden unsunterweise und belehre, auf daß wir besser einsehen und verste-hen, was sie lehren, und damit zugleich ihre Beispiele einen Je-den an seinem Orte und nach seinem Verhältnis zur Nachah- >mung ihrer Tugenden erwecken. Endlich, damit wir Gott mit iaufrichtigen und heißen Wünschen bitten, daß Er die Kirche er-halten und bewahren, und auch uns zu nützlichen Werkzeugenmachen, unsre Mühen unterstützen und fördern wolle, auf daßsie im Allgemeinen der Kirche dienlich, allen Guten heilsam undsegensreich seien, damit Er uns nicht als Schandflecke des mensch-lichen Geschlechts, oder als „Gefäße des Zorns," wie Paulusspricht, verwerfe, deren unheilvoller Wandel dem gemeinen Be-sten vielfach schädlich ist, wie zuletzt der Wandel des Saul undunzähliger Anderer gewesen.
Die Zwecke, welche Andere bei Lobschriftcn sich setzen, hierzu erwähnen, würde zu weit führen, sondern solche Lobreden aufunsere Helden, durch welche Gott nach Seinem wundervollen Rathund Seiner unermeßlichen Güte zur Gemeinschaft des himmlischenLebens uns berufen hat, sollen sich vorzüglich auf die oben ge-nannten Zwecke beschränken; und es wird diese ganze Rede mitder Erklärung dieser Zwecke sich beschäftigen. ^
Zuerst nun danke ich Gott, dem ewigen Vater unscrs Er-lösers, Jesu Christi, dem Schöpfer aller Dinge, und fordere 'Euch auf, mit mir von ganzem Herzen Ihm zu danken, daßEr eine fortdauernde Kirche Sich erbaut hat, und von Zeit zu ,Zeit Lehrer zur Erneuerung derselben erweckt. Die vornehmsten
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