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gehalten 1536.
durch das Ansehen der Aeltern, noch der Gesetze, noch der heili-gen Schrift sich bestimmen lasten will? Es muß das auch wahr-l lieh keine geringe Sünde sein, was alle ehrbare Männer cinstim-! mig verdammen; sie sehen aber gar wohl, welches Unheil solcheAnfänge nach sich ziehen; sie wissen, welche Zerrüttung aller> Zucht daraus folgt.
Diese Gründe müssen uns denn bestimmen, meine wcrthe-j sten Eommilitoncn, daß wir solche Modcthorheiten föcdec gänzlichabthun, stets eingedenk, daß sie nicht weniger schimpfliche Zeichensind, als die Brandmäler, welche man verurtheilten Verbrecherneinbrennt; denn — „das Kleid macht den Mann." Ist es alsounanständig, so schadet es der guten Meinung nicht weniger,als jene so genannten thrakischen Malzeichen. Aber in solchenSchandmälcrn seine Freude finden, das ist doch wahrlich der un-erhörteste Wahnwitz! Dazu kommt, daß, indem Ihr diesen Nei-gungen, die scheinbar so gleichgiltig sind, zu sehr nachhängt, in-deß viele andere Fehler, Verachtung der Gesetze, hochfahrenderSinn überhand nehmen; dann werden verderbliche Verbrüderun-gen geknüpft, aller wissenschaftliche Eifer geht unter, es tritt! träge Gemächlichkeit ein, die zu allen Ausschweifungen cinladet.
Und welchen Ausgang, welche Wendung zuletzt das Alles nehme,
, sehen wir oft! So ist's denn wahrlich gar nicht gefahrlos, wennManche wähnen, in solchen so genannten Spielereien sich EtwasNachsehen zu dürfen. Nur zu wahr ist, daß solche Spielereienernste Folgen haben. Ein alter Vers sagt, man könne Wichti-ges nicht behaupten, wenn man des Geringen nicht sorgfältigwahrnchme:
„Wachst du über Geringeres nicht, so verlierst du das Größ'rc!"
Das sehen wir auch hier bestätigt. Denn wer nicht Festigkeit^ genug besitzt, den leichteren Neigungen zu widerstehen, den wer-den früher, als er's wähnt, andere schlimmere unterjochen. VorAllem aber geziemt es uns, die wir Christi Dienst uns ge-widmet haben, Sittsamkcit und Bescheidenheit in jeder Beziehungdes Lebens zu üben, nicht nur, weil diese Tugenden vorzüglichGott gefallen; sondern auch, um durch unser gutes Beispiel auchAndere gesitteter zu machen.
V.
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