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gehalten 1536.
! zwar nicht von Außen, aber innerhalb seiner Mauern, wenn mandie väterliche Tracht ablegt. Ja als solche betrachtet sie, die mitauswärtigen Feinden in heimliche Bündnisse getreten sind, undgegen Gesetz und Vaterland sich verschworen haben, welche Sit»ten und Gebräuche der Ausländer und Feinde mehr als die hei-mischen lieben. Denn wer also auftritt, beabsichtigt nichts An-deres, als durch Auflösung und Zerrüttung häuslicher und öffent-! lichcr Zucht die Gemüther aller Bürger zur Annahme fremderHerrschaft, fremder Religion, und aller Arten von Abscheulichkei-ten geneigt zu machen. Wie nun eine solche Neuheitssucht füralle Menschen überhaupt schimpflich ist, so sollte sie vornehmlichvon den Sitten der Christen fern sein, denen es ziemt, in allenLebensbeziehungen ganz besonder» Ernst und Würde zu bewäh-ren. Hören wir doch, daß die Türken und andere nichtchrist-liche Nationen mit besonderer Treue an den vaterländischen Trach-ten hangen. Da nun aber die Lehre des Christenthums vor-nehmlich Bescheidenheit, Sittsamkeit und Beharrlichkeit im Gu-ten uns zur Pflicht macht, so gereicht es uns zum schimpflichenVorwurf, daß wir in dieser Beziehung leichtsinniger uns bezei-' gen als die Völker, denen die Gebote des Christenthums fremdsind.
Seht nur auf David, wie sorgfältig er auch in solchen,obwohl geringfügig scheinenden Dingen den Wohlstand meintebeobachten zu müssen. Denn als ein benachbarter König denGesandten aus seinem Volke zur Verhöhnung hatte die Röckeabschneidcn und gegen ihre Sitte die Bärte ihnen abschcrenlassen, befahl er ihnen, daß sie in der äußersten Stadt desReichs sich verweilen, und nicht eher öffentlich sich zeigen sollten,als bis ihre Bärte wieder gewachsen waren. Welche andere Ue-berzeugung, meint Ihr, leitete wohl darin jenen frommen König,! als die, daß auch eine solche Sorgfalt und Rücksicht des edlenMannes Pflicht sei, um nicht durch Kleidung oder Aehnlichcs inJemandes Augen anstößig zu erscheinen? Ganz vorzüglich abermüßten wir Gelehrte eine solche Rücksicht beobachten. Aber dumein Gott! welcher Stand, welche Leute lieben solche Kinder-thorheiten mehr, als gerade die, welche sich den Wissenschaftenwidmen? Die meisten gefallen sich in militärischer Tracht, die sieauf mannichfache Weise entstellen, und Jeder möglichst abenteuer-lich gestaltet, und dann erst halten sie sich für tapfere Männer,dann für Bassa's, ja für die Glücklichsten unter der Sonne,wenn sie eine ganz neue, dem Anblick aller Vernünftigen mög-