Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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114
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114 Rede über die Einnahme und Plünderung der Stadt Rom,

uns Gesetze, Religion und alle edlen Wissenschaften mitgecheilthat, und von der mit Einem Worte wir Alle mehr Wohlthaten,als selbst von dem Vaterlande, in dem Jeder geboren worden,empfangen haben, drang mich die Größe meines Schmerzes, meineKlagen über das Schicksal Roms und über unsre gar traurigenZeiten, zumal in dieser Versammlung, auszusprechen, vor so ge-lehrten Männern, welche es einschen, wie viel dieser Stadt, aus ,welcher Wissenschaft und Humanität zu uns gebracht worden sind,alle Völker schuldig sind. Was aber Virgil über die EroberungTrojas sagt:

Wer vermöchte daS Morden in selbiger Nacht, und das Würgen

Ganz zu schildern? Wer fände für jene so blutigen Kämpfe

Thräncn genug?"

daS könnt' ich mit weit größerem Rechte anwenden. Denn keineBecedtsamkeit ist groß genug, um die furchtbaren Gräuel jenerBegebenheit gehörig darstellen oder ausdrücken zu können, welch'einen großen Verlust in Allem, was edel und trefflich ist, dieVerwüstung dieser einzigen Stadt mit sich führt. Was ist jein einem Jahrhunderte Unwürdigeres vorgesallen, als, daß geradedas Heer, welches vom Kaiser in Italien zum Wohl aller Gu- "ten, zur Beschützung Roms, der Hauptstadt des Reichs, ausge-stellt worden war, gerade diese Stadt gegen den Willen destrefflichsten Fürsten Karl, gegen die Gesetze der Kriegsdisciplin,gegen das Commando, gegen das Beispiel der Vorfahren mitverruchter Gewaltthätigkeit überfallen hat? Denn der Kaiser istfreizusprechen von der Schuld, da er, obgleich er aus gerechtenUrsachen gegen den römischen Bischof aufgebracht ist, doch aneinem solchen Ausgang des Siegs keineswegs Vergnügen findet.Auch ist es ja bekannt, daß er von Natur zur Milde und Mä-ßigung sich neigt, und von Grausamkeit weit entfernt ist. Undes ist außer Zweifel, daß er, wenn ec sicht, wie seine Ahnenden Namen und Titel des Reichs von der Rettung Roms aufdieses Volk übergetragen haben, auf ihre Beispiele schauend, sichüberzeugt, alle Schätze und Kräfte des Reichs auf die Beschüt-zung und Erhaltung dieser Stadt verwenden, und Gewaltthaiig-keit und Verwüstung von ihr abwendcn zu müssen. Wenn erseine Ahnenbildcc betrachtet, wie viele Männer kann ec aufzäh-lcn, welche in den uncuhvollstcn Zeiten die Stadt Rom vonden größten Schrecknissen befreit haben, wie Viele, welche, un-geachtet sie in ihren eignen Landern in die gefahrvollsten Kriegeverwickelt waren, dennoch gleich als zur Verthcidiguug des Va-