Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
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am 22. Februar 1546.

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oft dieses Mannes Lehre und Leben betrachten, und daneben un-sere Danksagung und Gebet zu Gott thun, welches sich auch jetztin dieser Versammlung zu thun gebühret. Darum so wollet mitmir aus rechtem, christlichem Herzen und Glauben zu Gott spre-chen:O allmächtiger Gott, ewiger Vater unserS Herrn undHeilandes Jesu Christi, der Du Dir eine ewige Kirche geschaffenund erwählest hast, sammt Deinem ewigen eingebornen SohnJesu Christo, und dem heiligen Geist; der Du bist weise,gütig, barmherzig, ein gerechter Richter, wahrhaftig, stark undmächtig, zu thun was Dir gefällt; wir sagen Dir Dank, daßDu aus dem menschlichen Geschlecht Deine Kirche Deinem ein-gebornen Sohn zu einem ewigen Erbe sammlest, und das Pre-digtamt des Evangelium erhältst, und dasselbe auch zu unsererZeit durch Deinen treuen Diener, Dr. Martin Luther, wiederaufgcrichtet hast, und bitten Dich von ganzem Herzen, daß Duauch für und für Deine Kirchen allenthalben erhalten und regie-ren wollest, und in uns Deine wahrhaftige reine Lehre versiegelnund bewahren, wie der Prophet Jesaias für seine Schüler undJünger bittet (Jes. 3.); wollest auch unsre Herzen entzünden durchDeinen heiligen Geist, daß wir Dich wahrhaftig anrufen, undunser Leben nach Deinem Wort und Willen regieren und voll-führen!

Zuletzt, dieweil aus den Historien zu sehen ist, daß großer,vortrefflicher Lehrer und Regenten Tod oftmals den Nachkommengroße Strafe bedeutet; so wollen wir, ich und 'Alle, welchen dasAmt dieser Kirchen und Schulen zu lehren befohlen ist, Euchhiermit erinnert und zum Höchsten ermahnet haben, daß Ihr diejetzige gemeine Gefahr und sorgsamen Läufe der ganzen Welt be-trachten wollet; denn wir sehen, daß an einem Ort der türkischeTyrann gräulich und schrecklich wüthct und tobet. Am anderndrohen uns auch andere unsere Feinde schwere Kriege und Ver-wüstung im deutschen Lande und unter uns selbst; so findet manauch hin und wieder viele böse, muthwilligc und frevele Köpfe,welche, so sie sich vor Dr. Luthers Ernst nicht mehr fürchtenwerden, werden sie mit großem Durst und Kühnheit die reineLehre der Kirche sich unterstehen zu zerrütten und zu verderben.Auf daß nun Gott solche Strafen gnädig abwenden wolle, sollenwir auch desto fleißiger sein unser Leben, Sitten und Studiachristlich zu regieren, und sollen allezeit diesen tröstlichen Spruchund tröstliche Verheißung in unscrm Herzen und vor Augen ha-ben, daß wir sollen, so lange wir die Lehre des Evangelium bei