Druckschrift 
5 (1830)
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Philipp Melanchthon. 1239.

Wohl wird Euch die mächtige Schlange eben so nachstellen, wiesie euern Acltern Nachgestellt hat. Aber Denen, so Meine Ver-heißung bewahren werden, wird der verheißene Held Beistand lei-sten, ihr zu widerstehen. Und da Ich will, daß das menschlicheGeschlecht durch das Wort Gottes geleitet und durch gesetzlicheZucht in Schranken gehalten werde, so will Ich aus eurer Mittedie dazu auswählen, welche tauglich sind."

So tritt denn du, Abel, zu Mir, daß Ich Meine Handaus dein Haupt lege, dich weihe, und dir Meinen Geist verleihe,damit du Mein Priester seist. Dein Amt soll sein, die euch vonGott gegebene Lehre allen Uebrigen mitzutheilen, die von Gotteuch gelehrten Opfer zu verrichten, und ihre Bedeutung richtig zuerklären. Scheue die Gefahren nicht, welche dir dieser dein Be-ruf bringen wird; denn deine Kämpfe werden Zeugnis geben,daß die Mühen und Schmerzen der Frommen Mir der wcrthesteGottesdienst seien, und hindeuten auf die Beschaffenheit des zu-künftigen Opfers des Verheißenen!"

Dich, Seth, aber setze ich über die Uebrigen als König;wisse aber, daß auch dein Amt ein zweifaches ist. Zuerst sollstdu die Lehre, die dein Bruder bekannt hat, mit allen Kräftenschützen, sodann die Bösen, welche Gott schmähen und lästern,bestrafen und ausrotten, auch alle Uebrigen sollst du zur Strafeziehen, welche den Frieden eurer Gesellschaft stören werden. EuchBeiden wird die Nachkommenschaft gehorchen; diesen rohen Kainaber, der wie er äußerlich schmuzig und ungeschlacht, eben sovon rohen, wilden Sitten ist, erkläre ich zum Knechte; durch dieFurcht des Gesetzes und der Strafe soll er gebändigt werden,damit er weder die Religion schmähe, noch den Frieden eurerGesellschaft störe."

Nachdem Gott die Stände also vcrthcilt hatte, wendete Crsich wieder zu Eva, und empfahl ihr die Pflicht, für die Erzie-hung und den Unterricht der Kinder Sorge zu tragen. Weinendversicherte diese, sie würde von einer unablässigen schmerzlichenTrauer verzehrt, welche ihr die Erinnerung an den schrecklichenFall verursache.So hat mich denn endlich die Erfahrung ge-lehrt," sprach sie,daß die göttliche Drohung, welche uns denTod ankündigte, keine leere Drohung ist; denn ich trage immer-während den Tod in mir. So oft ich meine Kinder anblicke,und vorzüglich diesen starrsinnigen Sohn, und so oft ich die kom-menden Uebel alle mir vergegenwärtige, so ergreift mich tiefSchauder und Todesangst. Darum bitte ich Dich nochmals umV. 4