42 Antwort auf eine im Aufträge des »ledern Klerus zu Cöln rc.
recht sehr, daß die Wahrheit durch ein wahrhaft kirchliches Ge-richt weiter verbreitet, und daß die Ruhe der Kirche auf einerechtmäßige Weise geschirmt werden möge. Aber wie wenig dieseSorge die Machthaber berührt, das zeigt die Sache selbst. In-zwischen urtheilen und richten dennoch fromme Männer, undkennen die Regel, nämlich die prophetische und apostolische Lehre,und die Zeugnisse der ersten Kirche, wie ich oben gesagt. Siewissen, daß die Kirche erbaut ist auf dem Grunde der Prophetenund Apostel. Sie wissen, daß man die Stimme derselben hören,und schlimmer Gewohnheit, wenn auch die Lange der Zeit siezu rechtfertigen scheint, vorziehen muß. Wenn wir wahrhaft über-zeugt sind, daß Gott nur in dieser einen Art der Belehrung, dieEc den Propheten und Aposteln anvertraut hat, sich geoffenbarthabe, so muß man auch dieser als Richtschnur folgen. Aber vieleirreligiöse Menschen meinen jetzt, die kirchliche Verfassung sei dervon Athen oder Lacedämon gleich, durch menschliche Klugheit ge-gründet, und deshalb müsse man stets die gegenwärtige Form,der Ruhe wegen, in Schutz nehmen. Und Viele, die diese An-sicht haben, werden zu Richtern in diesen Streithandeln aufge-stellt, und durch diese Ucbcrzcugung bezaubert, suchen sie die of-fenbarste Wahrheit zu unterdrücken. Denn wir streiten nicht überdunkle oder verworrene Gegenstände, und gar nicht ehrerbietigurtheilen die von der himmlischen Lehre, welche dieselbe für ver-worren oder zweideutig halten. Gott hat gewollt, daß Er erkanntund angerufcn werde, und hat befohlen, den Sohn zu hören,der aus dem Schoße des ewigen Vaters das Evangelium ge-bracht, und seiner Kirche eine gewisse Lehre gegeben hat. Die,welche diesen Lehrer hören, können diese Streithandel leicht bc-urtheileu. Auf diese beruf ich mich, und bitte Gott, den ewigenVater unsers Herrn Jesu Christi, daß Er um des Sohnes wil-len uns mit dem heiligen Geiste regieren, und seine Kirche meh-ren und erhalten wolle.
Gote die Ehre!