Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
41
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hcraiisgegcbcnc Schrift.

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oben so mag ich lieber an gemäßigten Disputationen Theil neh-men, als im Schimpfen wetteifern. DieDelecti" haben ihrPublikum, dessen Beifalls sie sich versichert halten dürfen, undaus dem sie ihre Richter wählen. Auch ich berufe mich auf dieUrtheilc der Kirche, d. h. auf alle fromme und unterrichteteMänner, welche, wo sie immer sein mögen, diese Streithandelrichten. Denn diese Streitigkeiten werden anders entschieden, alsgerichtliche Prozesse. Sehr trefflich hat Basilius das geistliche Ge-richt also festgesetzt:Allein, es gibt Bischöfe; dieselben rufe manzusammen zum Verhör; cs gibt einen Klerus in der ganzenKirche Gottes; die Bewährtesten sollen sich versammeln; mit Frei-müthigkeit rede ein Jeder, der da will, damit die Verhandlungeine ernste Untersuchung, nicht ein Schmähen und Schelten sei!"Wollte Gott, cS würde das kirchliche Gericht auf die rechteWeife angeordnet! Aber Ihr wißt Euch gar schlau vorzusehen!Ihr ernennt zu Richtern, wen Ihr wollt, nämlich solche, dieEuch ergeben sind. Es gibt viele Erzählungen, welche unbilligeBeurtheilungen zu meiden rathen; ich will aber ein neues Bei-spiel, das schönste unter allen, was ich in dieser Art gelesen odergehört, erzählen: In Frankreich gibt's zwei ausgezeichnet gelehrteMänner, Eastellanus und Bigotius. Und weil die gelehrten Vor-träge des Eastellanus öfters vom Könige angehört worden, erin-nert Einer von den Hoslcuten, daß man doch auch den Bigotiuseinmal hören müsse. Der König fragt, mit welchem Fache derWissenschaft er sich beschäftige, und indem Andere ihn mit einemehrenvollen Zeugnisse schmücken, unterbricht sie endlich Eastella-nus, weil er nicht will, daß Jener in ihrer Meinung steigen soll,und spricht: Was macht ihr so viel Rühmens k Er ist ein Ari-stotelikcr. Der König fragt, was diese Bezeichnung zu bedeutenhabe. Ich will es sagen, spricht Eastellanus: Aristoteles behaup-tet, die aristokratische Verfassung sei besser, als das Königthum.Ec wußte, daß er mit diesem Worte dem Aristoteles sowohl, alsseinen Anhängern bei dem Könige allen Eredit entziehen würde.Als nun der König fragte, ob das Aristoteles geschrieben, unddie Ucbrigen es versicherten, und als er vernommen, daß Bigo-tius die Ansichten des Aristoteles vcrtbeidigt habe, sagte er, Ari-stoteles sei wahnwitzig; einen Vertheidiger solcher Narrheiten wolleer nicht hören. Mit Hilfe eines solchen Richters trug Eastellanusleicht den Sieg davon. Diese Erzählung ist das Bild des Ge-richts, welches dieDelecti" in ihrem Buche halten. Keines-wegs wollen wir uns einer Untersuchung entziehen, sondern wünschen