Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

2 Antwort auf eine im Aufträge des nicdern Klerus Cöln

erwiedtrn, fand ich nöthig, ein Wort darüber voraus zu schicken,daß ich nur mit den Verfassern jener abgeschmackten, schmäh-süchtigen Schrift den Streit führe, keineswegs aber weder dieSchmälerung des Glanzes jener hochberühmtcn Stadt, noch desAnsehens ihrer Hochschule, so wie auch keines rechtlichen Mannesim Klerus beabsichtige. Denn, um in Beziehung auf die Stadtund die kirchlichen Collegien Nichts zu erwähnen, so hege ich, wiegegen alle Universitäten als Freistätten der mannichfachsten Gelehr-samkeit überhaupt, so insbesondere gegen die Cölncr hohe Ver-ehrung, weil auch ich zum Thcil ihr die Bildung meines Geistes,wie niedrig sie auch anzuschlagen sein mag, verdanke. Denn alsJüngling Hab' ich zwei Männer von ausgezeichneter Gelehrsam-keit, Georg Simlcr und Conrad Helvetius, Zöglinge derCölncr Hochschule, gehört, von denen Jener nur zuerst das Ver-ständnis der lateinischen und griechischen Dichter aufgeschlossen,und auch zu einer reinem Philosophie mich angeleitct hat, indemer oft die damals allgemein gebrauchten aristotelischen Lehrbücherzu den griechischen Quellen zurück führte; der Andere aber, Con-rad, ein Zuhörer des gelehrten und berühmten U>. Cäsarius, hatmich in Heidelberg zuerst die Anfangsgründe der Astronomie ge-lehrt, und aus diesem Grunde bekenn' ich mich dem O. Cäsariusgleich als meinem Lehrer, zu besonderer Hochachtung und Dank-barkeit verpflichtet. Sodann hat mich mit vielen Zöglingen dieserHochschule die innigste, unauflöslichste Freundschaft verbunden, somit Busch, Peter Mosellanus und Mezler. Doch cswürde zu weitläufig sein, sie Alle auszuzählcn. Ich bitte also drin-gend alle Wohlgesinnte an der Universität, einmal, daß sie nichtglauben, ich wolle mit der Universität die Fehde beginnen, so-dann, daß sie es mir zu Gute halten, wenn ich wie die Belei-digungen vieler Anderer, so nicht auch die Schmähungen dieserWenigen mit Stillschweigen übergehe. Ich will meine Meinungunverhohlen sagen. Leicht hätt' ich mich über das Uebrige erhabenfühlen können, eingedenk jenes atheniensischen Bürgers, der, alsihn Jemand auf dem Markte und vor der versammelten Mengelange Zeit heftig geschimpft, und bei seinem Weggehen ihm allenHohn und Spott nachgeworfcn hatte, gar Nichts erwicderte, son-dern nur, indem er sich entfernte, seinem Diener befahl, weilschon die nächtliche Finsterniß sich verbreitete, zu Jenem hinzu-gehen, und ihn mit der Fackel voran nach Hause zu geleiten.Aber der Verfasser jener Schrift, mag er übrigens sein wer erwolle, behauptet im letzten Abschnitte, die Unsrigcn sprächen