Die Erklärung für den Wechsel von Keines Ansichten, 291
Überzeugungen legen, die das Leben des Dichters 3V Jahrelang durchziehen?
Vielleicht wären dem Verfasser die Widersprüche bei Äeineweniger grell, eine Entschuldigung weniger notwendig er-schienen, hätte er die Äußerungen des Dichters in der zweitenPeriode mit den eigenen Wünschen in Übereinstimmung ge-sunden. Daran muß man aber wenigstens zweifeln; dennin der Vorrede liest man, daß wie für Äeine, so auch fürden „korsischen Äelden, in dem der freier blickende Sohn einesneuen Zeitalters den Baumeister seiner Tage zu sehen anfängt",erst in der „frischen Morgenstunde des 20. Jahrhunderts"eine gerechte Auffassung zur Geltung gelangt. Ünd aus derVorrede der Schrift über Napoleons Tod erfahren wir, daßWolzhausen zur Verbreitung des „neuen Evangeliums" wirk-sam beigetragen hat. Große Vorteile kann ich mir von derneuen Offenbarung nicht versprechen. Daß Napoleon ausdie Geschicke der Mit- und Nachwelt weitgreifenden Einflußübte, daß in Italien und in Deutschland eine segensvolleEntwicklung wenn nicht auf seinen Willen, doch auf seinWirken zurückzuführen sei, werden auch unsere Kollektivistennicht bestreiten, und es ist doppelt erfreulich, wenn man nebenso unvergleichlichen Fähigkeiten nicht vergebens nach Zügenedlen und menschlichen Empfindens suchen muß. Wild undplanlos um sich zu greisen, war gewiß nicht seine Art, undeine schon vorgefundene Lage, die für ihn wie bereits fürdas Königtum und die Republik unbezwingliche GegnerschaftEnglands, trieb ihn nicht zum wenigsten in eine Bahn, dieer wohl selbst als sein Schicksal bezeichnete. Mit gutemRecht mag dann die neuere Forschung nachweisen, daß inden Kämpfen gegen England und Rußland das Anrecht nichtausschließlich, vielleicht nicht einmal zum größeren Teil ausseiner Seite war. Aber vergebens wird man in Abrede stellen,daß despotische Anterdrllckung, daß unbegrenzter Vergröße-rungsdrang und rücksichtslose Selbstsucht, mit den Erfolgenimmer steigend, eine Gewalttat nach der anderen, einen Krieg
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