Keines Brief vom 15. Juni 1822.
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Briefe wenig gestrichen. Lieber den zweiten Brief war ichschier in öffentlichen Federkrieg gerathen mit den Baronv. Schilling (der jetzt Schulden halber auf der Vogtei sitzt),und ich habe ihm erklärt, daß ich ihn in jenem Briefe nichtbeleidigen wollte. Der Ausfall gegen mich im Conversations-blatt war von einem meiner Freunde, Namens Köchy, undAlles, was ich dagegen thun werde, ist: daß ich diesen jungenMann im dritten Briefe tüchtig lobe. Wahrhaftig, dasthu ich.
Ich hatte an Schulz geschrieben, daß meine Gedichtewegen der Anzeigerschen Correspondenz gemißhandelt worden,und habe dadurch erlangt (o vunitus), daß ich im Anzeigergepriesen wurde. Die Recenfion von Immermann hat michfast zu Thränen gerührt. Ich stutze würklich, daß man michin Münster am tiefsten begriffen. Lieberhaupt die Emp-fänglichkeit, die meine Landsleute für meine geringe Talentegezeigt, und die Gründlichkeit, womit man dieselben be-urtheilt, hat mich sehr gefreut; um so mehr, da hier allesGefühl täglich mehr abgestumpft wird und die Recensentenfast die Schriftsteller an Flachheit übertreffen. — Schlum-berg und Stuhr seh ich wenig. Letzterer hat sich nicht todt-geschossen*). Ich gehe wenig aus. Bei dem Ochs seine
ch Llber Schlumberg weiß ich nichts zu sagen. Das „Bllcher-lexikon" von Keinfius erwähnt nur einen Schlumberger, der 18Z4 ei»Drama: „Leutnant von Katt oder des Kronprinzen Flucht" ver-öffentlichte. Der von Keine neben Schlumberg Genannte ist unzweifel-haft Peter Feddersen Stuhr, geboren zu Flensburg am 28. Mai 1787.Als Alan und Offizier machte er die Freiheitskriege mit, war danneinige Zeit Sekretär der Militärftudien-Kommission, feit 1821 Privat-dozent, feit 1826 außerordentlicher Professor in Berlin, wo er am13. März 1851 starb. Zahlreiche Bücher und Abhandlungen überGeschichte und Religio,, aller Zeiten und Völker sind von ihm ver-faßt. Ein geistreicher Sonderling, machte er sich nach dem Zeugniseines jüngeren Freundes — Meyer von Waldeck in der „AllgemeinenDeutschen Biographie", Bd. XXXIII, S. 741 — auch durch eine leiden-schaftliche, öffentlich zur Schau getragene Liebesneigung für die überausanmutige Prinzessin Alexandrine zum Stadtgespräch. „Wo die hohe