Äeines und Kellers Beziehungen. 2ZI
aus Berlin" und die Abhandlung „Aber Polen", letztere dieFrucht einer Reise, welche Seine im August zum Besuchseines polnischen Freundes, des Grasen Eugen von Breza,unternahm. Die „Gedichte" machten Seines Namen sogleichin weiten Kreisen bekannt, erfuhren aber verschiedene Be-urteilungen. Von den günstigen war für Seine keine wert-voller als die von Varnhagen im „Gesellschafter" vom 19. Ja-nuar und die von Immermann im „Kunst- und Wissenschafts-Blatt" Nr. 23 des „Rheinisch-westfälischen Anzeigers" vom31. Mai 1822. Recht unangenehm berührte ihn dagegenein Angriff im Brockhausschen „Konversationsblatt". Inder Nummer 90 vom 18. April findet sich in einem „ImMärz 1822" überschriebenen „Briefe aus Berlin" zuerst diebissige Anmerkung: der Verfasser „überläßt die Beschreibungder Wirtshäuser und Cafes gerne andern, welche zu derRolle physiognomischer Schildwachen und reflektierenderPortiers in den Wein- und Kaffeestuben genug Geschick undGeduld haben und mit ihren Witzsragmenten gern nach derSpeckseite des Sonorars werfen," eine Bemerkung, die Seinenicht mit Anrecht aus die sehr eingehende Beschreibung der-artiger Institute in dem ersten seiner „Berliner Briefe" be-zog. Dann folgt nach Auslassungen über Schauspielkunstund über ein Trauerspiel von Aechtritz eine sehr unfreundlicheBeurteilung der „jüngst erschienenen Seineschen Gedichte".Der Rezensent „kann sie nicht mit der Wärme des .Gesell-schafters' und anderer Blätter empfehlen, ja er findet sieziemlich ungenießbar." „Selbst die lyrische Poesie," so fährter fort, „soll sich nicht so ganz in die Individualität desDichters verfangen, daß man etwa nichts anders eben er-fährt, als daß er gestern eine unruhige Nacht gehabt hat,und sich überhaupt sehr übel befindet, sehr blaß aussieht,und sich den Tod wünscht, seitdem ihm sein Liebchen denAbschied gegeben. Diese Gedichte verraten eine trübsinnigeund verkehrte Ansicht des Lebens, die am wenigsten demjungen, empfänglichen Gemüte wohl ansteht. Ich finde fast