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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
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Äeines Mutter und Schwester. 201

Ruhme lebhaften Anteil nahm. Als er die Universität be-zog, hat sie, um einige Lücken der Ausstattung auszufüllen,ihre Juwelen nicht geschont. Der Sohn hatte wahrlich Ur-sache, solche Gefühle zu erwidern: neben seiner poetischenBegabung war der Besitz einer solchen Mutter und derimmer liebevollen Schwester wohl das Beste, was die Naturihm mitgegeben hatte.

Von den Briefen, welche an die eine und andere ge-richtet wurden, bilden die vorliegenden gewiß nur einenkleinen Teil. Briefe an die Mutter erhielten sich erst inspäteren Iahren, der erste an die Schwester ist aus derBonner Llniversitätszeit vom 22. März 1820 datiert; erschließt mit der Frage:Bist Du auch Werth, daß ich Dichso lieb habe?" Nachdem Charlotte im Januar 1823 sichmit dem Hamburger Kaufmann Moritz Embden verlobt undam 22. Juni verheiratet hatte, trat Heine auch mit demkünftigen Schwager in Briefwechsel, und blieb, wie die zahl-reichen Zeugnisse aus den Iahren 18231825 beweisen, mitdem jungen Ehepaar in lebhaftem schriftlichen und persön-lichen Verkehr. Als älterer Bruder nimmt er an allenhäuslichen Angelegenheiten teil; beiden Gatten gibt er denRat, Schwächen undCaprizchen" gegenseitig zu ertragen;er warnt die Schwester vor fetten und gewürzten Speisen;selbst auf die Wahl der Mägde erstreckt sich seine Sorgfalt.Daneben ergießt sich freilich ein Strom zärtlicher Worte, dieman eher aus dem Munde eines Liebhabers als eines Bruderserwarten möchte.An Dich denke ich sehr oft, Du liebes,durchsichtiges Kind," heißt es am 7. November 1823.Wieoft sehne ich mich danach. Deine kleinen Alabasterpfötchenzu küssen!" Er nennt sie seinesüße Kristallpuppe"; alleVorzüge ihres Geistes, Herzens und Körpers stehen imschönsten Verhältnis;Lottchen ist Musik, ganz Ebenmaßund Harmonie" (S. 9). Es schmerzt ihn, von Lüneburg,dem damaligen Wohnsitz der Eltern, nach Göttingen abreisenzu müssen, ohne das süße Wesen wieder gesehen und geküßt