184 Das älteste Manuskript der „Romantischen Schule".
die Richtung der deutschen Kunst, welche Goethe in einemberühmten Aufsatze als die „neu-deutsche religios-patriotische"bezeichnet hatte. Nach dem Satze, daß Friedrich Schlegelund Görres in den alten Städten am Rhein nach den Restenaltdeutscher Gemälde und Bildwerke gewühlt hätten, die mandann abgöttisch verehrte, fährt er fort (Manuskr. S. 39—40):
„Ich bemerke ausdrücklich, daß die Sammlung der.HerrnBoisseree et Bertram, welche diese romantischen Kaufleutedem König von Bayern für eine übertriebene Summe an-zuheften gewußt, noch immer das Beste in jener Art war;ja daß sehr viele Stücke dieser Sammlung gar nicht zu jenerArt gehörten, indem sie vielmehr niederländische Gemälde,heilige Genrebilder, die den weltlichen Genrebildern einesMieris oder Netscher in der technischen Vollendung sehrähnlich sind, und sich von den eigentlichen altdeutschen Bildernin jeder .Hinsicht unterscheiden. Linter letzteren verstehe icheigentlich die Gemälde der sogenannten Schule, deren besteExemplare ich in den unteren Säälen der Galerie zu Schleiß-heim gesehen. Ich habe eben" usw.
Weiter spottet er (Strodtmann S. 49; Elster S. 236)über die deutschen Gelehrten, welche mit einer Pedanterieohnegleichen, mit einer Gründlichkeit, wovon sich ein ober-flächlicher französischer Narr nicht einmal einen Begriff machenkönne, ihre deutsche, methodische Tollheit betrieben. „Ich er-innere mich," setzt er hinzu (Manuskr. S. 40), „daß ichdamals zu einem der trockensten Schulgelehrten kam und ihndamit beschäftigt fand, von zwanzig verschiedenen Ausgabendes Till Eulenspiegel, die mit ihren putzigen hoffirendenHolzschnitten vor ihm auf einem Tische lagen, die Variantenzu vergleichen, und zwar, ohne nur eine Miene zum Lachenzu verziehen und mit einem Ernst, als vergleiche er dieManuskripte des Aristoteles. Der Till Eulenspiegel ist aberein ganz altes Volksbuch, voll tückischer guter Laune undunflätigem Spaß. Der politische Zustand" usw.
Mehrere Stellen sind in der bittern Schilderung des