182 Das älteste Manuskript der „Romantischen Schule".
sichter treten streng abgezeichnet hervor ..." Eine nichtuninteressante biographische Notiz findet sich zu S. 26 jS. 222s,wo von den epischen Gedichten des Mittelalters und zuletzt vondem „etwas langweiligen Wigalols" die Rede ist. „In derTat," fährt Äeine fort (Manuskr. S. 12), „obgleich Pro-fessor Beneke in Göttingen, mit seinem Schatz altdeutscherSprachkenntniß mir einst den Wigalois explicierte, fand ichihn dennoch etwas langweilig. Ich bin aber überzeugt, daßdie minniglichen Burgfrauen des Mittelalters sich an dieserLektüre viel besser erbaut, schon wegen der bunten Kleider-schilderungen, wodurch solche Dichtungen vielleicht die Stelleder modernen Modejournale vertraten. Neben diesem Sagen-kreis" usw.
Nach der Beurteilung Gottfrieds von Straßburg (Strodt-S. 27; Elster S. 223, Z. 18) und der Bemerkung, daß beidem Buche „Lancelot" die Gefahr für Francesca da Polentaund ihren schönen Freund nicht sowohl darin bestand, daßsie in einem solchen Buche lasen, sondern darin, daß sie plötz-lich zu lesen aufhörten, heißt es (Manuskr. S. 14) weiter:„Ich kann nicht umhin zu erwähnen, daß, obgleich MeisterGottfried überall in seinem Gedichte den christlichen Spiri-tualismus srondirt, so huldigt er ihm doch oft unbewußt, indemer z. B. die sinnliche Liebe als die Wirkung eines heidnischenZaubertranks darstellt, ihre Genüsse als Sünden anerkennen,diese durch Klosterbau sühnen läßt, und endlich auf demGrab der Liebenden eine Rose und einen Weinstock pflanzt,worunter man sich nun allerlei) erbaulich christliches denkenkann. Die Poesie in allen diesen Gedichten" usw.
Aus den folgenden Seiten hebe ich nur hervor, daß beider Charakteristik neuerer Dichter die Worte „Lessing warvielleicht der größte Mann, den Deutschland hervorgebracht"(Manuskr. S. 25) wieder gestrichen sind, trotz alles Lobeswelches ihm (Strodtmann S. 37; Elster S. 229) zuteil wird.
Den bittern Worten über Zacharias Werner (Strodt-mann S. 46; Elster S. 233s.), „der das Ding so weit trieb.