Beschreibung der Handschrift. 181
sind zwei- und dreimal verändert, ganze Sätze umgeformtoder an eine andere Stelle gebracht; man sieht, wie sorglich,wenn auch weniger sorglich als an seinen Versen, der Dichteran seiner Prosa feilte. Trotz aller Korrekturen wurde diesManuskript später in die Druckerei geschickt; eine grobe Sandhat die Namen der Setzer beigeschrieben.
Der endlich festgestellte Wortlaut stimmt im wesentlichenmit der ersten gedruckten Ausgabe überein; die Änderungensind nicht so bedeutend, daß sie nicht bei Durchsicht derKorrekturbogen noch hätten angebracht werden können. Amnur eine zu nennen: Von Tieck wird im Manuskript S. 37als von „dem besten Dichter der romantischen Schule", imDruck (Strodtmann VI, S. 47; Elster V, 234) als von „einemder besten Dichter" geredet. Das Interessanteste in demManuskript sind die zahlreichen Stellen, welche, zuweilenmehr als eine Seite füllend, von Keine, sei es aus politischen,sei es aus ästhetischen Gründen, wieder durchstrichen wurden.Bei einem so bedeutenden Schriftsteller erfährt man mitInteresse nicht bloß, was er gesagt, sondern auch was er nurgedacht hat, und nicht öffentlich sagen wollte. Die wesent-lichen Zusätze zu den gedruckten Ausgaben mögen hier eineStelle erhalten.
In dem Manuskripte findet sich auf einem besonderenBlatte und etwas später als die übrigen Bogen geschrieben,zunächst das der deutschen Ausgabe beigefügte „Vorwort"oder verbessert der „Vorbericht" (Strodtmann VI, S. 3ff.;Elster V, 527s.) mit dem Datum „Paris am 28. März 1833",während die gedruckten Ausgaben den 2. April nennen. Diebeiden Absätze (Strodtmann S. 8; Elster S. 528), in denenKeine erklärt, er gehöre nicht zu den Materialisten . . . undnicht zu den Atheisten, sind aus späterer Zeit, also in demManuskript nicht zu lesen.
Auch der Anfang des Buches (Strodtmann S. 15 — 24;Elster S. 215—221, Zeile 1) fehlt dem Manuskript. Das-selbe beginnt unter der Seitenzahl 11 mit den Worten „Ge