Keines Briefe vom 14. und 2V. Sept. 1844. Ißl
Freunden. Zunächst aber schreiben Sie einen bedeutendenArtikel über das Buch für den Hamburger Correspondentenund schicken Sie denselben so bald als möglich hieher anCampe; hierdurch werde ich gleich hier etwas gedeckt. Siewerden selbst einsehen, was gesagt werden muß. In die Allg.Ztg. kann ich auch einen Artikel drucken lassen, wenn er ge-eignet geschrieben. Wer kann mir in der Köllner ZeitungVorschub leisten? Kleine Reklamen sind wichtig. Die Feindewerden dergleichen wohl benutzen. Ich bitte Sie, helfen Siemir und bald. Helsen Sie in der Gegenwart. Für die Zu-kunft des Buches habe ich selbst gesorgt.
Ihr Freund
H. Heine.
XIX.
Hamburg den 20. Sept. 1844.
Liebster Detmoldt! Ich habe Ihren Brief erhalten undmit doppelter Betrübniß daraus ersehen, daß Sie zur gegen-wärtigen Verstimmung hinlänglichen Grund haben, und daßein Abstecher nach Hamburg für Sie eben keine Erheiterungwäre. Ehrlich gesagt, ich hätte Ihnen für dieses Opfer desHierherreisens keine erheiternde Entschädigung bieten können,da ich in diesem Augenblick an meinen Augen stärker alsje leide — kaum bin ich im Stande, Ihnen diese Zeilen zuschreiben, ein Auge, das linke, ist ganz verschlossen, und dasrechte, das andre, ist trübe. Den 30. dieses M. will ichwieder abreisen. Was man so eigentlich Wichtiges nennt,die nächsten Tagesinteressen, hätte ich freylich nicht mit Ihnenzu besprechen gehabt — aber eine Consultation über die inner-sten Lebensnöthen, über die chronische Existenzkrankheit be-durfte ich wohl — vielleicht schreibe ich Ihnen das dahinbezügliche von Paris aus. Ich sehe leider, Sie sind kränkerals ich. Ich habe, was Sie mir klagen, tief schmerzlichstmitempfunden. Zum Glück heilen bey Ihnen gewisse Wun-den schneller als bey mir. Mein Buch, das ich Ihnen durch
Siiffer, Seine. II