Äeines Briefe vom 23. Aug. und 9. Sept. 1844. Z Zg
talen Brief von ihrer Mutter, die sie vor ihrem Sterbennoch einmal sehen möchte, und ich mußte sie daher dieserTage wieder nach Frankreich zurückreisen lassen, ganz allein,aber entschlossen, ihr sobald als möglich nachzufolgen. — Ichbleibe also nicht sehr lange mehr hier, höchstens dreh Wochen,und mein freudiger Plan, es so einzurichten, daß ich Sieeine Weile hier bey mir sähe, wird zu Wasser. Aber sehenmuß ich Sie doch, da ich wahrscheinlich jetzt sobald nicht mehrnach Deutschland komme. Ich kann nicht über Hannoverreisen, muß zu Wasser die Rückfahrt machen, und Sie müssenalso das Opfer bringen, hieher zu kommen. Aber kommenSie bald, ich hätte Ihnen vieles zu sagen, was mir das Herzabdrückt. Meine Adresse ist Or. Ick. Ick. aus der Esplanadein H. — Sagen Sie mir gleich, wann ich Sie erwartenkann. Ich war einige Wochen unpäßlich.
Ihr Freund
H. Heine.
XVII.
Hamburg d. 9. Sept. 1844.
Lieber Detmoldt!
Vor geraumer Zeit, vor etwa 3 Wochen, schrieb ichIhnen, daß ich hier sey, daß meine Frau hier war, aber baldwieder, wegen der Krankheit ihrer Mutter, abreisen mußte,daß ich selber deßhalb nur noch kurze Zeit hier verweile, unddaß ich Sie sehr bäte, hierherzukommen, indem ich nicht überHannover reisen könne. Nun erwartete ich vergebens IhreAntwort, von Tag zu Tag. Ist mein Brief Ihnen nichtzugekommen? (Ein Bekannter von Ihnen, der Or. Wille,hatte ihn zur Post gebracht und versicherte mir, ihn gewissen-haft besorgt zu haben.) Oder sind Sie auf Reisen, undIhre Briefe werden Ihnen nicht nachgeschickt? Ich bereitemich jetzt schon zur Abreise und in 19 Tagen nehme ichwieder Abschied von Hamburg und diesmal für lange. Kommt