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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
131
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Keines Brief vom 22. März 1835. 131

unterschreiben nie Ihren Namen, schreiben aber desto deut-licher das üebrige.

Für die Mittheilung Ihrer Kunstkennerkunst danke herz-lich; das Büchlein ist vortrefflich geschrieben. In stylistischerHinsicht gebe ich Ihnen das unbedingteste Lob, auch dieIronie ist vortrefflich, aber sie ist nicht immer Swiftisch ge-nug durchgeführt; der Ernst hat Sie manchmal überrumpelt.Daß Sie sich als einen bedeutenden Schriftsteller plötzlich ge-zeigt, hat gewiß das Publikum sehr überrascht; für mich,liebster, hatte die Erscheinung nichts überraschendes. Ichwunderte mich vielmehr, daß Sie nicht früher aufgetreten sind. Ich habe sehr oft an Sie gedacht und ich habe Sieimmer zu den sehr wenigen Personen gezählt, denen meinWirken und Schreiben immer klar war, und die den letztenGedanken alles dessen, was ich treibe und schaffe, immergenau kennen und begreifen. In dieser Voraussetzung, odervielmehr in dieser Überzeugung, schreibe ich Ihnen heute undverlange thätige Hülfleistung.

Ihr Freund H. Heine.

Gegen Ende des folgenden Jahres, im November 1836,machte Detmold einen Besuch in Paris, und die Verbindungzwischen beiden Männern wurde wahrscheinlich erst in dieserZeit aus einer vorwiegend literarischen in eine persönliche um-gewandelt. Detmold scheint genauer als irgend jemand mitHeines häuslichen Verhältnissen bekannt geworden zu sein,also auch mit der Frau, welcher noch jetzt eine allgemeineAufmerksamkeit sich zuwendet.

Mathilde Mirat, seit 1834 mit Heine in Verbindungund seit dem 31. August 1841 seine Gattin, gehört seit dem18. Februar 1883 den Abgeschiedenen an. Wie ChristianeVulpius ist sie in sehr verschiedener Weise beurteilt worden.Heine hat ihr jederzeit eine uneigennützige Liebe bewiesen, dieder edelsten Verbindung würdig gewesen wäre; auch kannman seine Ehe nicht unglücklich nennen. Mathilde besaß gute

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