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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
106
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lgg Äußerungen Keines über die musikal. Bearbeitg. seiner Gedichte.

Joseph Klein führte infolge seines eigentümlichen Wesensden Zunamen Johannes Kreisler, nach dem liebenswürdigenSonderling in ÄoffmannsPhantasiestücken". Er setzte mitVorliebe Äeines Gedichte in Musik, und dieser hatte anKleins Kompositionen großes Gefallen. Mehrere Jahrespäter, als Äeine in Äamburg war, ergriff ihn plötzlich dasVerlangen, sie wieder zu hören.Mein lieber JohannesKreisler" schreibt er ihm am 25. Dezember 1825Obschon wir wechselseitig gewissenhaft versprachen, uns inder Folge oft zu schreiben, so mögen doch wohl drei bis vierJahre verflossen sein, ohne daß es einem von uns einfiel,dieses Versprechen zu erfüllen. Meinerseits kann ich michsehr gut damit entschuldigen, daß ich oft nicht an Dich ge-dacht habe. Gestern Abend aber weiß der Teufel, wiees kam dachte ich und schwatzte ich von Dir eine Stundelang und zwar mit dem Komponisten Albert Methfessel, demich von Dir und Deinem Musikgenie so viel erzählte, biser ordentlich ärgerlich wurde, daß ich ihm meine von Dir sotrefflich komponierten Lieder nicht schnell verschaffen konnte.Ich gestehe Dir, ich selbst möchte sie gern zuweilen hören,sintemal keiner von denen, die sich dran versucht, sie sohübsch komponiert hat wie Du, der Du den speziellen Vor-teil hattest, eben so verrückt gewesen zu sein, wie der Ver-fasser der Texte. Gestehen muß ich zwar auch, daß ichmehrere Kompositionen derselben nicht kenne, z. B. die Me-lodien, die ein Pubertj Nies in Berlin dazu gesetzt hatund die sehr hübsch sein sollen." Nach den Kompositionenvon Ries erkundigt sich Äeine wenige Tage darauf auch beiSimrock und dankt später für die mitgeteilte hübsche Me-lodie").

Von allen diesen Kompositionen ist jedoch keine in wei-tere Kreise gedrungen, und wiederum die Kompositionen vonSchubert, Mendelssohn, Schumann, welche das Entzücken

*) Briefe vom 30. Dez. I82S und 26. Mai 1826 (XIX. 2SI, 270).