104 Äeine und Karl Äillebrand.
verloren. Ein Jahr vor seinem Tode sah ich ihn noch ein-mal wieder in der neuen Wohnung der Champs Elysees,und fand ihn genau denselben. Er verlangte zu hören, wasich geschrieben, wie er denn auch früher schon sich immermeine Versuche vorlesen lassen und korrigiert hatte. Dochrieth er mir französisch zu schreiben — er selbst sprach dasFranzösische unkorrekt und mit einem starken Accent, abermit einem sehr richtigen Gefühl der Sprache — und nichtvor das Publikum zu treten, bis ich mich durch gründlicheVorbereitung zu allen Prüfungen und Bestehung dieserPrüfungen der französischen Bildung ganz bemächtigt hätte.So danke ich ihm zu viel anderem auch dies, daß ich imExil nicht verbummelt bin, daß ich fünf volle Jahre daraufverwendet habe, mich der Zucht einer zweiten Schul- undAniversitätsbildung zu unterwerfen, alle meine akademischenGrade vom Abiturientenexamen bis zur Doktorpromotion inder Sorbonne redlich zu erkämpfen, und was nicht das Ge-ringste ist, daß ich nie eine Zeile vor dem vollendeten drei-ßigsten Jahre habe drucken lassen.