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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
77
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Rousseaus Ende. Keines GedichtTragödie".

wird leicht bemerken, daß das mittlere epische Gedicht den ursprünglichen und den Sauptteil des Ganzen bildet, zu wel-chem ein dramatisch gehaltener Eingang und ein mehr lyri-scher Schluß später hinzugetreten sind. Ich darf die dreiStrophen wohl hersetzen:

2.

Es fiel ein Reif in der Frllhlingsnacht,

Er fiel auf die zarten Blaublümelein,

Sie sind verwelket, verdorret.

Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb,

Sie flohen heimlich von Kaufe fort.

Es wüßt' weder Vater noch Mutter.

Sie sind gewandert hin und her,

Sie haben gehabt weder Glück noch Stern,

Sie sind verdorben, gestorben.

Z.

Auf ihrem Grab da steht eine Linde, u. f. w.

Seine hat diesem Gedicht die Bemerkung vorgesetzt:Dieses ist ein wirkliches Volkslied, welches ich am Rheinegehört." Aber es scheint nicht, daß die Kenner unsererVolkspoesie auf die Angabe großen Wert gelegt hätten.Von Karl Simrock weiß ich gewiß, daß er das Gedicht des-halb in seine kritische Sammlung deutscher Volkslieder nichtaufgenommen hat, weil er es für ein Erzeugnis Seines hielt.Sier macht nun aber dieRheinische Flora" ihrem NamenEhre. Zu Anfang der Nummer 15 vom 25. Januar 1825findet sich wörtlich folgendes

Volkslied.

Es fiel ein Reif in der FrühlingsnachtWohl über die schönen Blaublümelein,

Sie sind verwelket, verdorret.

Ein Jüngling halt' ein Mägdlein lieb,

Sie flohen gar heimlich von Kaufe fort.

Es wüßt' weder Vater noch Mutter.