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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
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Rousseaus Turnlieder. Das Vorgehen der Behörden. Zg

befördern. Wenn der Oberpräsident dabei von Weit-läufigkeiten redet, die diese Lieder schon veranlaßt hätten odernoch zu veranlassen drohen, so wurde seine Voraussicht nurzu bald durch ein Schreiben des Ministers des Innern undder Polizei, Herrn von Schuckmann, vom 12. November be-stätigt. Der Minister legt dem Struenseeschen Bericht offen-bar weit größere Bedeutung bei als der Oberpräsident. Sehrungehalten äußert er sich über den, trotz der vom König aus-gesprochenen Unterdrückung, wieder hervortretenden Turn-unfug, nicht weniger über den Inhalt der Lieder, die zumTeil aus der Feder von verdächtigen, ja verhafteten Männernhervorgegangen, mit dem Schwur der Anhänglichkeit an einenin KriminalTlntersuchung befindlichen Mann und an die Ein-heit Deutschlands schließen. Deshalb macht er dem Ober-präsidenten noch weit schärfere Maßregeln zur Pflicht, alsdieser von Augusti bereits gefordert hatte, und kommt endlichzu dem Schlüsse: Da die Sammlung für die Feier des18. Oktobers in Bonn bestimmt gewesen sei, so sei einegleich schädliche Tendenz dieser Feier selbst vorauszusetzen.

- Indessen die Antwort des Oberpräsidenten war wohl ge-eignet, die Llnruhe des Ministers zu beschwichtigen. Die vonAugusti vorgenommene Untersuchung hatte alsbald heraus-gestellt, daß der angebliche Student Rousseau gar kein Student,sondern noch ein Schüler des Gymnasiums sei"). Die so un-geduldig begehrten Exemplare fanden sich beinahe unberührtin Rousseaus Besitz; nur wenige waren an Mitschüler ver-schenkt, um daraus am Nachmittag des 18. Oktober einigeLieder absingen zu können. Solms meint demnach, er dürfees deni Minister anheimstellen, ob noch eine weitere Anter-suchung stattfinden solle. Nach seiner Ansicht sei sie nichtnotwendig, nachdem der Druck weder von Studenten ver-anlaßt worden, noch für Studenten bestimmt gewesen sei,und schon seit Ostern in Bonn und in der ganzen Provinz

'> Rousseau wurde erst am >5. Mai 1820 immatrikuliert.