16 Aus .Heines Jugendzeit. Heine und Christian Sethe.
Lyzeum, focht nach vollendeten Aniversitätsstudien als Phil-hellene gegen die Türken und begleitete einen seiner Kampf-genossen, einen Kurländer, in dessen Keimat. Kier verheirateteer sich 1824 mit einer Tochter des Landes, wurde Bürger-meister von Mitau und als solcher auch Präsident des Ge-richts- und Verwaltungswesens. Vierzig Jahre stand erdiesem bedeutenden Posten vor, bis er am 4. November 1873hochgeachtet und vielbedauert aus dem Leben geschieden ist.Für Keine bewahrte er immer großes Interesse; Briefe desDichters haben sich in seinem Nachlasse nicht vorgefunden.
In der Gedichtsammlung des Jahres 1822 (jetzt inKeines Werken XV, 107 (II, S6j) erscheint ein Gedicht mitder Äberschrist „An Franz v. Z." und dem Anfang: „Es ziehtmich nach Nordland ein goldner Stern." Der Freund sollder Poesie treu bleiben, er soll nach dem Norden süßeKunde geben, vornehmlich von der „blühenden Rose am blühen-den Rhein, die in so manches Iünglingsherz ihre Glutengesendet". Die Vermutung lag nahe, das Gedicht möge anFranz v. Zuccalmaglio gerichtet sein. Llnd dies ist in derTat der Fall. Ich könnte auch die blühende Rose amblühenden Rhein nennen. Sie erregte nicht allein Zuccal-maglios, sondern auch Keines jugendlichen Enthusiasmus.
Uber den Anfang des neuen Säkulums. „Wo man geht undt stehet",schreibt sie, „höret man nichts alß äisputtiren; biß auff die porteurüe cbuises clisputiren hirüber. Euer Liebden können nicht glauben,was dies vor ein Geraß zu wegen gebracht hatt; so lang, alß ich hirim Landt bin, habe Ich nichts clisputiren hören, alß dißes." Siewünscht Leibnitzcns Meinung darüber zu erfahren, und stimmt selbstMonsieur Fagon, dem Leibarzt des Königs, bei, der für das Jahr1700 das Wort führte. Aber am 29. Januar schreibt sie: „Damit ichwider auff die clisputte vom seculurn komme, so ist sie hier gantz zumEndt. Man hatt die acaciemie und Sorbonne vor Richter genohmen,sie haben behde monsieur kmZon conäsmnirt undt versichert, daß dassecullum erst im 1701 Jahr ahnfangt, und sagen, das jubilse sehe dasletzte Jahr vom secullum ahngestellt, damit man pur undt net in dasander secullum tretten möge; so ist dieße ciisputte zum Endt gangen."(Ranke, Französische Geschichte; in den „Werken" Xlll, 163, 165.)