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Vorwort.
die das Bild Keines nur noch durch die Brille Nietzsches oder durch dieder sozialdemokratischen Doktrin zu sehen vermögen, nicht Genüge tun,aber er wird, indem er diese Einseitigkeiten meidet, um so sicherer zueinem Standpunkt geleiten, von dem aus sich die klarste Aussicht er-öffnet. So darf man wohl hoffen, daß in unserer Zeit, die frei genugzu sein scheint, dem großen Dichter das längst verdiente Denkmal aufdeutschem Boden endlich zuzugestehen, auch Küffers Stimme von vielengern aufs neue wieder vernommen werden wird.
Doch ich glaube, auch denen, die sich seinen Einsichten und An-sichten verschließen, wird das Bull) manchen Genuß gewähren können,denn es ist ausgezeichnet durch einen ebenso vornehmen wie lichtvollenStil. Süsser hat sich viel mit den Einflüssen Frankreichs auf unserGeistesleben beschäftigt: es kann sein, daß die Leichtigkeit und Klar-heit, mit der sich viele Schriftsteller jenseits der Vogesen auszudrückenverstehen, auf ihn hiniiber gewirkt hat; gewiß hat auch Keines Meister-schaft der Rede den Anteil seines klugen Interpreten besonders ge-weckt; auch von ihm hat Kllffer gelernt. Aber der wichtigste Grund,warum uns seine Worte immer wieder (und um so mehr, je öfterwir ihn hören) fesseln, liegt doch darin, daß sie in ihrer harmonischenRuhe, in ihrer Feinheit und Sicherheit sein eignes Ich wie in einemwohlgeschliffenen Kristall widerspiegeln. Fehlte seinen Arbeiten dieserReiz des persönlichen Stils, ich weiß nicht, ob sie nicht einer ihrerschönsten Eigenschaften verlustig gingen.
So mag das Buch wohl manche Freunde finden, und wenn esauch nur Fragmente bietet, es wird doch in seiner innern Einheitverstanden und gewürdigt werden.
Marburg a. d. L., im April 1906.
Ernst Elster.