XXlI. Von den brandenburgl'schen Aeften der Sliwin. 461
Markgraf Johann von der Neumark, wo Schlichen an der Spitze des Aufge-bots die Gränzen beschirmte, versagte den Durchzug; sein Bruder der Chur-fürst von Brandenburg und die Herzoge von Pommern, die weniger in Bereit-schaft waren , mußten ihn gestatten» Unterweges aber lebten die schlecht besoldetenRotten als ungebetene Gäste, und so langten sie auf Preussens Gränze an. Albrecht,fern vom Antheilnchmen an seines Schwagers Rache, brachte vielmehr in Eile Völkerauf, um ihm den Uebergang über die Weichsel zu verwehren. Diese Hinderniß war fürBrich wo nicht unerwartet, doch unübersteiglich. Sein Heer verlief sich aus Sold-mangel und nichts blieb von diesem Auge übrig als das Andenken einer thörigten Un-ternehmung , oder Banden von Strassenräubern in benachbarten Gegenden; und Schlic-hen fand keine Gelegenheit, als Widersacher deö Helden durch Siege oder Niederlagen be-rühmt zu werden»
Weiter wissen wir auch von Jenes kriegerischen Handlungen nichts. Daß er einMann von grosser Amghcir, Tugend und Achtung gewesen sey, versichert Leutin-ger(i); er starb als Pfleger des Johanniterordens zu Lagorv, und war der ersteunter seinen Zunftgcnosscn, welcher der Ehelosigkeit, wozu ein ftyerliches Gelübde siebis dahin verbunden hatte , nach Luthers Beyspiele entsagte. Eine von Schlichen,die Tochter Magnus von Schlichen ans NAisterhausen, und nach ihr eine vonLosiorv, wurden die Gemalinncn desselben. Blzorv nennt jene Carharina, die Leichen-predigt auf ihren Enkel aber Clara. Zween von diesen Ackern erzeugte Söhne, Libo-rius und Busrachitis , waren Churbrandenhurgische Räthe» Sie haben keine männ-liche Nachkommen hinterlassen. Der dritte
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Adam,
wurde auf der Ordenspflege zu Lagorv 1552 geboren. Niemand seines Geschlechtshat, aus blosser Begierde zu reisen, so manche fremde Länder gesehn als er. Eine an-geborne Rastlosigkeit trieb ihn in den dreyen zuerst bekannten Welkheiten herum. Man-che
(l) Opera I-cutmxen p. 600»