ZM XVI. Von den Zweigen zu Sandittm
In seinem Vatcrlande zeigt die Bahn der Helden, vor allen, der Ruhmliebe, edle Aus-sichten. Jene zn betreten, hält der Anblick der sie begleitenden Lebensgefahren wohl diewenigsten Menschen ab; denn welch eine Menge, aus dem gemeinen Haufen selbst, dringtsich nicht freywillig Hinzu, ohne Hofmmg auf Beförderung, ohne Zweck, dermaleinst inder Geschichte zu leben, »md wohl wissend , daß der Lohn, den ein gesunder Mann mitseiner Hand zn verdienen im Stande ist, mehr als vier oder sechsfach den Sold des Vieroder Sechskreuzereroberers übersteigt? Leute also, welche die Gewohnheit zu wichtigerenHvfnungcn berechtigt, und Erziehung zum Nachdenken gewöhnt hat, werden noch un-gleich mehr zu der nöthigen Entschlossenheit angefeuert, wenn sie vernünftig erwägen, wiewenig einem kurzlebigen Wesen daran liege, ob feine Dauer einige Augenblicke früher oderspäter aushöre: wie unendlich klein ein ganzes Menschenalter sey, in Vergleich der Zeit,die nach demselben folgt, und wie thörigt es seyn würde. Anstand zu nehmen, ein so flüch-tiges so vergängliches Ding als unser Leben zu wagen, um durch Thaten die Achtung derZeitgenossen zu erringen, oder auch sterbend einen unvergänglichen Namen zu hinterlassen!Aber die Möglichkeit für einen Gewinnst dieser Art ist dort gemeiniglich nur am Endevon jener Bahn vorhanden: die wenigsten der hoffenden Zängkinge, die sie beginnen , ge-langen so weit: noch wenigere, wenn ihnen nicht etwan die Ehre mit dem Herrn der Schaa-ren verwandt zu seyn, oder seltene Glückszufälle, den Weg abkürzen, erreichen das ge-wünschte Ziel bey völliger Blüte ihrer Leibes und Seelenkraste, ohne welche Lorbcerwzwar zufälliger Weise ausgerast, schwerlich hingegen erworben werden. Hiezu kommtnoch, daß der Vorzug über andere zu gebieten , daselbst durch harte Unterwürfigkeit er-tauscht werden muß, und wem feine häuslichen Umstände die Wahl erlauben, ohne daßder Reiz des mühsamen Handwerks unwiderstehlich auf ihn würkt, dem ist es zu ver-zeihen, daß er sich einen andern Weg zum Hervorthun aussucht-
Ocffentliche Angelegenheiten meisterhaft zu verwalten, ober Unterhandlungen ge?Dickt zu dem von Schwierigkeiten umgebenen Zwecke zu bringen, gehört in die Zahl derMittel, di-e wahren Ruhm verschaffen können. Zn diesem Gefache erlangten weylanvRichelieu, Oxsi-iern und andere den Beyfall der Nachwelt: eben darinn Zeigten sich zuunsern Tagen --- Ralmiy Lhattzam — Vernsdsrf — pomball — ans wei-ten Schaubühnen,— FürftenberI und Dahlbcrg auf engeren, als merkwürdige Männer;und gewiß dürsten einige derselben mit gleicher Ucbcrlcgcnheit den Platz eines GebictcrSder heiligen KavVmalögenossenschast zu Rom, oder eines Oberhaupts des weyland dort
herrschen?