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Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts der von Schlieffen oder Schlieben vor Alters Sliwin oder Sliwingen
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oder Gerdauen, und Tharau.

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Eitelkeit mehr als der achten Ehrbegierde schmeicheln: sondern weil er ihnen eine benck-dcnöwürdige Unabhängigkeit, gerade in den Umständen, wo sie zu wählen ist, vorzu-ziehn wußte»

Unabhängigkeit in Mangel, ist die härteste von allen Dkenstbarkeiten ; Unabhängig-keit in mittelmäßigen Umstanden, wenn etwas Schimmer für das Vorurtheil der GeburtBedürfniß bleibt, schickt sich nur für wahre Weisen, welche den Weihrauch der Verstel-lung und die Verbeugungen der Niederträchtigkeit ohne Reue entbehren können ; minderstandhaften Gemütern sey sie blos im Nothfalle angerathen. Unabhängigkeit bey einemreichlichen Auskommen, ist wahre Freyheit, zu Petersburg, liVien oder Paris, wie zuLondon, Amsterdam oder Genf: ist nirgends unstörbar, wie allenthalben möglich: istderjenige Anstand, der mehr Glückliche sehen lassen würde, wenn mehr Kluge reich,oder mehr Reiche klug wären; und in dieser Art kann Schlieben zum Muster dienen.

Er wurde zu Berlin 1726 geboren. Von zween Brüdern, die vor ihm zur Weltgekommen waren, blieb Friedrich tVtlhelm als preussischer Hauptmann bey Kesselsdorf,George Friedrich aber in einem Iweykampfe« Erben hinterliessen sie nicht. Unterfeinen Schwestern wurden vermält, eine mit dem von Lüderiy, eine mit dem von Berg,noch eine mit Rapferling, dein Freunde des unsterblichen preisen von Gans Souci,welcher ihn, unter dem Namen von Casarion, in der Ode über die Schmeicheley, als ei-nen Mann von entgegengesetzten Tugenden preiset» Taufnamen, Titels und dergleichensind in den Stammtafeln enthalten.

Die Natur hatte Schlieben ihre edelsten Gaben mit freygebiger Hand verliehen;sorgfältige Erziehung aber lenkte dieselben so, daß der damit Beschenkte nicht fehlen konn-te, unter seines Gleichen hervorzustechen» Ihn bereicherte die Hauptstadt und der Hofmit der nöthigen kVelrkeuntniß, jedoch auch mit der Aenntmß des Leeren, welchesein glänzender Anschein vor ungeübten Augen verbirgt. Die Titelsucht pflegt nur eineSchwachheit kleiner Seelen zu seyn; aber das Verlangen, auf solchen Bahnen , woraufvorzügliche Fähigkeiten Ehre erwerben können, sich hervorzuthun, ist ein löbliches Gnfühl des sich bewußten Verdiensts, und Schlieben, der frey von jener war, zählte die-ses unter die ihm eigenthümlichen Vorzüge.

Ggg