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Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts der von Schlieffen oder Schlieben vor Alters Sliwin oder Sliwingen
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IX. Von dem abgestorbenen dresowschen Nebenzweige. 285

Nach allen dabey erlittenen Verwüstungen, nach mancherley Schicksalen, und unterder auf selchen Umsturz erfolgten lehnwesentlichen Ohnmacht ihrer fremden Gebieter, wa-ren Wclschlands Städte allmälig von den Schutthaufen wieder empor gewachsen, wie neueSprößlinge aus der noch kräftigen Wurzel gefälleter Stämme. Theils durch Zwang,theils durch Aussichten grosser Vortheile, hatten sie die Vornehmsten der benachbartenLandeigenthümer vermögt, sich ihnen einzuverleiben. Aus solchen Gliedern bestand ihrherrschender Nath. Der Kaiser oder ein anderer Fürst war der anerkannte Oberherr :Unabhängigkeit hingegen in der That das wahre Wesen derselben. Kunstfleis durchHandel genährt, gab den mehrsten von ihnen die längst verlohrne Wichtigkeit reichlichzurück, und der Zustand Italiens glich abermals dem von jenen ältern Zeiten, wo Romdort noch mit andern kleinen Staaten um den Vorzug stritt.

Nicht minder blühend war unser Vaterland hier früher, dort später , durch einediesesmal glückliche Nachahmung geworden; und wenn Klein mit Groß verglichen wer-den darf: so ließ endlich auch PommernS Gestalt Viel Uebereinstimmung mit der vonWelschland blicken.

Freylich herrschte ein himmelweiter Unterschied in den Sitten der Bewohner beyderGegenden. Die Italiener wurden zeitig ihrer Kenntnissen und Höflichkeit wegen berühmt;die Pommern blieben, ihrer Unwissenheit und Grobheit halber, noch lange beschricen.Aber die Städte des hanseatischen Bundes spielten im Norden eine nicht geringere Rolle,als Welschlands Städte im Süden. Manche von diesen übertrafen das zu solchen, Bun-de gehörige Stralsund, Stettin, Evlberg u. s. w. sonst eben nicht; ja zu derZeit, da letz-teres mit Cöslin am lenizinischei, See sich maaß, konnten einige der pommcrschenGemeinwesen leicht eben so mächtig seyn, wie das alte Rom selbst, da es bey dem regillü-schen mit seinen unbedeutenden Nachbarn kämpfte.

In den Jahrbüchern jener nördlichen Vielherrschaften fehlt es auch nicht anZügen von einer Großmuth, die wir in Roms Geschichte zu verehren — nicht zu prü-fen — gewohnt sind. Sie enthalten , zum Beyspiel, daß Stargards Burgen,eisterAppelmann nicht weniger römisch dachte als Brutus der Quinten Consul; denn jenerhieß, wie dieser, seinen Sohn unter dem Streiche des Büttels sterben (i).

Beiden

(l) S. Frtdebornö Stettinische Gesch. B. z. S. uz».

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