220 VIII. Vcn dem ältern oder dresowschen HauptZweige.
schlecht unterstützte Vermuthung annimmt, daß ihm noch einige Kanntuiß von der bayeri-schen Abkunft seines Stammes beywohnte: so ist es eben so rätselhaft, warum er nicht beydem Monarchen seinem angeborncn l.andeshcrrn, sondern bey desselben, anS einem frem-den Hanse entsprossenen Gegenkönige, um daS besondere ritterliche Warzeichen nachsuchte,
als
hes einheimisches Beyspiel abgeben, daß Verleihungen dieser Art und Standeserhöhnn-gen zweyerley waren. Wir liefern die Urkunde des Königs in blro. 28. der Beylagen;des Kassers seine ist zur Bequemlichkeit derer, die sie vielleicht mögten miteinanoer ver-gleichen wollen, daran gehängt. Man wird mehr als eine AenUchkeit zwischen beydenfinden. Warum ^chötgen, der jene drucken ließ, sie in neu deutsch gekleidet habe, wis-sen wir nicht. Eden so wenig begreifen wir, warum derselbe erwrrg durch ehrwürdigübersetzte? da doch letzteres Ehrenwort im fünfzehnten Jahrhunderte nur geistliche Präla-ten empfienzen. Kein Sachverständiger wird Christophs Urkunde für einen Adclsbnefnehmen; diejenigen aber, denen es an Kanntnissen der ältern Gewohnheiten fehlte, unddie zu ihren spätern Assten fast immer Adel und Wapen zugleich vom Throne herab reg-nen sahen, konnten leicht in diesen Irrthum gerathen.
Das Wapen, welches der nordische Monarch den Schliessen ertheilte, war ein sil-berner Schild m>t einem rechtssehcnden heidnischen Haupte, auf einem Numpfe ohne Ar-men; der Rumpf ist roth, Haupt und Hals sind leidfarbig, der Bart nebst Haaren gelb,und eine hinterwärts krummspitzige initHermelin unterzogene rothe Mütze bedeckt es. Aufdem Schilde ruht der gewöhnliche adeliche Turniersbelm, über diesem erhebt sich eineFigur, die der zuvorbeschriebeneu in allem gleicht. Die Hclmdecke ist auf beyden Seitenroth und silbern. Dem Weigrischen Wapenbucke zufolge führt das Geschlecht von Dischin-gen in Schwaben, das von Falmhaupr in Staiennark, die Juden von Brukberg in Bay-ern, u.a.m. ein ahnliches Wapen mit andern Farben.
Die Schliessen behielten dasselbe unverändert bis ins Jahr 15ZZ, da der Abt von Oll«v.r, Lambe-tus Schlicff, seinem Stamme das Jndigenal von Polen erwarb. (S. untenden Lebenslauf desselben.) Bey dieser Gelegenheit gieng mit ersterem eine Vermehrungvor. Das Helmkleinod wurde nicht verändert, die Helmdecke hingegen, die bis dabinauf beyden Seiten roth und silbern gewesen war, verkehrte sich zuss Rechten in Hellblauund Gold: der a'te einfache Schild wurde getheilt, dessen unterstes Feld blieb Silber,und behielt sein heidnisches Haupt, daS obere wurde hellblau, und ein grüner Berg, überwelchen ein goldener Löwe halb hervorspringt, erstreckt sich unten nicht weiter als dieAuf-senlinien des Rauhthiers selbst, vermuthlich um nicht gegen die allmälig aufgekommenenRegeln der Heraldik anzustoßen, nach welchen in den Wapen nicht Farbe auf Farben,noch Metall auf Metallen erscheinen dursten. Der Jndizenatsbrief. den wir in der Bey-lage bero. 7z lierern, sagt ausdrücklich: der Abt Lambertus Schiicff sey von edelcr Ge-burt, .... pstre Iiobilt .... nstns Ac.; nichts destowenizer erblickt man diese Urkun-de in SchötzenS Abhandelung mit eben der irrigen Ueberschrift als die vorige. Alles die.ses ist zu ungereimt, als daß es nicht eine zufällige Unachtsamkeit, oder ein Druckfehlerseyn sollte. — Gleichwol hat die irrig dahin gedruckte Ueberschrift des Wapenbriefes denVerfasser der Beschreibung des preussischen Pommerns, Herr Bruggcmaun, verführt, je,ne in seinem Werke zu wiederholen; und hierdurch sind wir;vcranlaßt worden, uns beydiesem Umstände vielleicht länger, als er eS verdiente, aufzuhalten.