der von Sliwm.
Colbergs Vertheidiger vom Jahr 110Z konnten nur Wenden seyn , die christlicheLehre und die Deutschen hatten sich damals in ihrem Lande noch nicht eingewurzelt» In
den
erste Standeserhöhung hinauf zu siechten» Ein unter manchen andern merkwürdigesBeyspiel wollen wir davon anführen.
DaS Geschlecht der von Lepel, eines der ältesten im Lande, das ist, dessen An»Herren sich so früh, als wenige andere in Urkunden zeigen, — hat noch im Jahre 1774Nachrichten durch den Druck bekannt werden lassen, wovon der Ansang folgender massenlautet:
„Dies? ansehnliche Familie ...... will schon seit dem zwölften, oder Anfange
„des dreyzehnren Jahrhunderts das Alter ihres Adelstandes bestimmen , und soll dazu„nach der bey der Familie seyenden Tradition folgender Vorfall Gelegenheit gegeben„haben."
„Ein gewisser Jochim Lepel, herein Zimmermann gewesen, sey ungefehr umdieAeit„bey Aufbringung einer grossen Thurmglocke zu Wien, weil dieselbe oder deren Knepel,„durch Unvorsichtigkeit seiner Mitgehüiftn, auf ihn niedergefallen, getödtet worden."
„Zum Angedenken dessen, soll daher folgender Gedenkspruch:
„Hier liegt begraben Jochen Lepel„Den dot schlog de Klocken Knepel
„auf dieser Klocke. worunter ihm sein Grab bestimmt worden, verzeichnet seyn, und da„ dieser Künstler eine Witwe mit neun Söhnen hinterlassen, so sollen dieselben nach sol-„chem traurigen Zufall nicht allein in den Adelstand erhoben, sondern auch in Kavserli-„chen Diensten versorgt worden seyn .......... Es mag nun aber die Gelegen»
„heit, wodurch die Lepeln geadelt worden, besteh», worin sie wolle, so ist gleichwol un-„lcugbar, daß diese adeliche Familie eine der ältesten in Pommern sey, und der Lepel,„schc Name schon seit der Mitte des dreyzebnten Jahrhunderts, in denen von den pom«„merschcn Herzoge» ausgestellien Urkunden vorkomme."
„Denn so wird Gerhard Lepel schon in einer Urkunde v. I. 1251 als Zeuge ange,„führt. Eben dieses geschiebt in zwey andern Urkunden v.J. 1255 und in derjenigen vom„Jahr 1256 ist ausser ihm auch Theodoric Lepel als Zeuge genannt u.s.w." E>. Gcster-dings pomm. Magazin 1 Th. S. 241.
Diese Urkunden sind in dem ersten Theil der Dreqerschen Sammlung zu finden; undnicht allein stebt dort crwehnter Gerhard Lepel unter nttermässigen Zeugen, sondern Theo-doric wird selbst ausdrücklich mi/e.? genannt. Ihr Adel ist also ausser allem Zweifel. Aberhundert Jahr zuvor, ehe Wien die Residenz des habsburgiscken Kaiserhauses wurde,hat man daselbst wohl selten Adelsbriefe ausgetheilt, und gewiß nicht platdeutsch gespro-chen. Das gutgemeynte Märchen, welches vielleicht wcyland ein frommer Dorfpriesterwährend der Mahlzeit auf dem Edelhofe ersonnen, scheint eben so schlecht mit der Zeit-rechnung, als mit der vermuthlichen Absicht seines Urhebers übereinzustimmen. — Ermag kein grosser Gelehrter gewesen seyn, dies kann ihn entschuldigen. Schötgen hinge-gen hatte auf ahnliche Art nicht irren sollen.
Bb Z