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V. Von dem pommerschen Stamme
Schötgen war ein Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.Er ist durch seine weitlüuftige Geschichtskunde und Schriften berühmt. Man kann nichtohne Verwunderung so manchen Ungrund in einer so kurzen Stelle finden.
Er schrieb sein altes und neues Pommerland um das Jahr 1722; ihm zufolge sol-len die Schliessen 1182 zu Edeln geworden seyn; dieses giebt also nur eine Zwischenzeitvon 550 Jahren; folglich war es entweder nicht gewiß , „daß sie das Alterthum ihres„Geschlechts in unzcrtrennter Ordnung in die 700 Jahr zurück ausführen konnten," odersein angenommener Satz mußte ungegründet seyn.
Daß Peter Schlcve im Jahr 1200 noch nicht Burgcmeister zu Colberg seyn konnte,ist schon erwiesen.
Von der 1182 vorgegangen seyn sollenden Standescrhöhung der vornehmsten Ge-schlechte schweigen die alteren Geschichten, die Urkunden und andere Denkmaler; sie istohne Zweifel ein blosser Traum des Cvömus von Simmcrn, den Schötgen anführt, undVerdiente nicht als eine Offenbarung geglaubt zu werden. Noch unwahrscheinlicher aber,als die Sache selbst, scheint uns deren angebliche Veranlassung.
Die Pommern standen zu Anfange des zwölften Jahrhunderts mit Deutschland »ochin keiner andern Verbindung, als daß sie, steuerbar zu seyn, bey widrigem Glück der Waf-fen gelobten, bey günstigem verweigerten.- Herzog Bolcslass hingegen wurde damals alsein Rcichsfürst betrachtet; es geschahe mit Genehmigung cincS Kaisers , daß er sie be-kriegte, um die Rückstände von ihnen beyzutreiben; wie laßt es sich denken, daß ein an-derer Kaiser habe die Colberger ihrer Widerspenstigkeit halber belohnen wollen?
Glaubte man aber auch das Unglaubliche, wo ist selbst alsdann der Beweiß, daßdie Schliessen unter den Geschlechten waren, über welche sich der Adel aus der KanzelleyFriedrichs des Rothbarts ergossen haben soll? (l)
Cvlbergs
(l) In weit spätern Zeiten scheint es bey den pommerschen Geschlechtsfabelmachern Sittegeworden zu seyn, die häuslichen Adentheuer mit einer beherzten Unwissenheit bis an die