i66 III. Von dein Geschlechte der von Sliwin überhaupt.
Auf der zweymaligen Tauferfahrt (l) gieug der vornehme Bekehrer kemeswegcS wiedie ersten Verkündiger des Evangeliums in einsamer Armuth daher; sein Zug schimmerteVielmehr mit aller damals bekannten Pracht ansehnlicher Fürsten. Ihm zur Seite winwmeltcn Panzer und bekleinodete Turnierhelme nicht minder als Mönchskutten , oder ge-weihete Kahlköpfe (2); und aus Urkunden laßt sich abnehmen, daß die weltlichen Aben-theuerer seines Gefolgs den Geistlichen an Geflissenheit, Güter in dem neubekehrtenLande zu erwerben, nichts nachgaben (z).
Schon Adelbert, einer seiner Mitapostel, den er zum ersten Bischöfe der neuenChristengemeinde beförderte, gedenkt im Jahr 11 59 der zur Camminschen Burg gehöri-gen Provinz Sliwin. Ob derselbe mit einem Adelberc von Sliwingen, der in baycr-schen Urkunden vom Jahr mo erscheint, etwas mehreres als den Taufnamen gemeinhabe, darüber mögen Chimärenfreunde träumen was sie wollen , daß aber die GegendSliwin vor andern früh, und bereits zu des heiligen Otto's Zeiten, mit Ausländern be-setzt wurde, laßt sich auch schon aus ihrer Lage abnehmen. Denn, fremde Priester, mitstcn unter zu einer neuen Lehre gezwungenen Eingeborncn, bedurften augenscheinlich derNachbarschaft von fremden Beschützern ; anhaltende Kriegsdienste aber konnten damalsnur durch liegende Gründe erkauft werden. ES ist folglich nicht zu zweifeln, daß die rit-terlichen Gefährten des fürstlichen Taufers , die es wünschten , gleich Anfangs ringsumdie von ihm neu gegründete Mutterkirche solche Landstriche zum anbauen erhielten, wel-che derselben wider die Wuth der heidnischen Eiferer zum Bollwerk dienen konnten , unddie Provinz Sliwin war von lfVollin, dem ersten pommerschen Bischofstuhle, auch nurdurch einen Arm der Oder getrennt. Weil nun ihrer bereits von einem Mitapvstel desHeiligen erwähnt wird , so kann man wohl zuverlässig schließen, daß die gleichbenannteAnbauer derselben sich schon in seinem Gefolge befanden.
Gleich
(1) Die erste that er 11Z4, die andere 112z.
(2) Sein ungenannter Lcbensbeschreiber und Begleiter sagt: Vir ille opclmu, (Loleslsus lln?koloiü«) vettes eis niittcret k^emsles ex!scc>pc>, 6c unicuigue teeunäuiu pertoosru iäonesstsm clericis
(3) Bessir unten wird gesagt werden, daß bald darauf Neringcr, ein fränkischer Edelmann,aus den ihm von den pommerschen Landesherren ertheilten Gütern, die Zakobskirche zuStettin stiftete.