III. Voll dein Geschlechte der von Stürm überhaupt. 161
Die Geschichte der grösser» Länder, wohin die zuvor genannten kleinen Gegenden ge-hörten, wirst auf die alte Beschaffenheit derselben einiges licht, das auch ihre Besitzerkenntbarer macht.
Den nordöstlichen Theil des heutigen Deutschlanbes, nämlich Pommern, die Mark,Und das daran gränzende Mecklenburg, bewohnten vor Alters die Slaven oder Wenden»Sie fanden sich in manche kleine Staaten vereinzelt ; nichts destowenigcr behaupteten die-selben ihre besondere Verfassung und ihr Heydenthum gegen alles Bestreben der Nachbar»bis in das zwölfte Jahrhundert.
Die Nothwendigkeit, sich unter das Joch des Glaubens zu beugen, traf endlich diePommern zuerst; denn zwischen den Jahren 1124 und 1128 gelang es dem heiligen Ot-to, einem deutschen Prälaten, sie mit Hülfe polnischer Heere zu Christen umzuschaffen.Schwere Kriege hatten zuvor das land entkräftet. Von nun an liessen sich viele Deut-sche von Adel daselbst nieder, und etwan dreysig Jahre darauf wird schon der ProvinzGliwin gedacht.
Im Jahr 1125 erhielt Markgraf Albrechts der Bär die vormals den Wendenabgenommene Ostmark ; hernach gelangte er zmn Besitze der ganzen Mark Branden-burg ; auch diese war durch ähnliche Ursachen verwüstet worden. Sie wieder anzubauen,berief der Erwerber Deutsche aus allen Gegenden dahin. Bald darauf zeigen sich Sliwinunter dem dortigen Adel.
Zuletzt bezwäng auch Albrechts mächtiger Zeitgenosse, Heinrich der Löwe, Her-zog von Bayern und Sachsen, die mecklenburgischen Wenden. Er theilte die Eroberungmit seinen Rittern. Ein adeliches Guth Schlieven, von unbekanntem Ursprünge, scheintdas Andenken glcichbenannter älterer Eigenthümer zu erhalten; doch werden diese, so vieluns bekannt ist, sonst nirgends namhaft gemacht, und wir würden solcher undeutlichenSpur kaum erwähnt haben, wenn nicht Jemand gleiches Geschlechtönamens in gedrucktenUrkunden dieses Landes zu finden wäre; denn hierin hilft einTilecke von Schlieven de»Verkauf der Grasschaft Schwerin izz8 verbärgen; allein in der Urschrift selbst steht nichtalso, sondern: Tilecke von der Sloen (r).
Dieser
(l) Wir haben im Archive zu Schwerin nachsehen lassen. Abgedruckt findet sich der Kauf-brief in Gerkens mecklenburgischer Urkundensammlung S.??, und in der Geschlechwbe«fchreibung der von Vülow S» sz der Beylagen.
X.