I. Einleitung.
kein ander Mittel übrig, als das, was nur stückweise zu entdecken steht, blos stückweisezu beschreiben. — Dieses wollen wir versuchen; jenes andern überlassen»
Das Vorzügliche oft minder, als das Seltene, zu schätzen, ist eine gewöhnlicheSchwachheit. Die Zeit giebt dem Adel, gleichwie vielen Uebcrbleibseln des Alterthums,in den Augen des Vorurtheils, einen Anstrich der dieses verblendet, und den Werth derSache selbst zu prüfen hindert. — Eitelkeit, durch mancherley Umstände begünstigt, wardie Schöpferin jenes erblichen Unterschiedes. Die Natur kennt ihn nicht t sie ist gegenalle, ohne Rükstcht auf das sogenannte Herkommen, gleich hart oder gütig; aber solange Europa überhaupt fortfährt, mit einer vermnnuen Vesserbürtigkeit wesentliche Vor-züge zu verknüpfen; so lauge insbesondere Deutschlands Hochstifter Ritterorden, selbstHöfe nicht aufhören, eine Menge von hohen oder einträglichen Stellen darzubieten, wo-hin scchszchn oder zwcv nnd drcvsfig wohlbewiesene Ahnen den Zugang öfnen, welchen ohnesie tausend Heldenthaten nicht zu erzwingen vermögen; eben so lange wird es vernünftigseyn, die Vortheile nicht zu verabsäumen, die aus dieser Thorheit gezogen werden kön-nen; und wer sich die Mühe gibt, ächte Nachrichten eines alten Geschlechts der Verges-senheit zu entreißen, der leistet öfters den Angehörigen desselben einen wichtigern Dienst,als blos ihrem Stolze zu schmeichle,,. >— Letzteres war die Absicht dieses Aufsatzes nicht»
Er ist aus öffentlichen Schriften, oder zuverlässigen Urkunden zusammengetragen;man hat weiter nichts gethan, als das Zerstreucte zu sammlen; man ist bemüht gewesen,die Spuren zu finden, die noch vorhanden seyn konnten; aber keine Erdichtungen hat mansich erlaubt. Eben deswegen sind die Bürgen der Hanptumstände sorgfältig angezeigt;wenn hingegen Lücken in den Nachrichten entfernter Zeiten blosse Vermuthungen nothwen-dig machten: so ist die Meynung mit dem — warum? — begleitet worden, damit einjeder, wenn er will, anders denken könne.
Der Adel war die ehemalige Grundveste, war gleichsam selbst der Urstoffvon demgothischen Staatsgebände des deutschen Gemeinwesens. Endlich scheint er in unsererdermaligen Verfassung grossentheils das geworden zu seyn, was unter den Wohnungender heutigen Römer, das Colvssaumist; -- ein noch verehrtes, doch entbehrliches Trum?mcrstück aus der Vorzeit.
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