46 Sechstes Stück.
8. Geöackner Reiß mit Aepfeln.
Mit Milch kocht man ein Pfund Reißweich und steif. Es ist jedoch hierbey zu be-merken, daß der Reiß jedes Mahl erst verlesen,drey Mahl mit warmen Wasser gewaschen,blanchirt und wieder mit kaltem Wasser abge«kühlt werden muß. Dann thut man den Reißauf ein Sieb, läßt ihn ablaufen, setzt ihn dannmit kochender Milch aufs Feuer, legt dabeyH Pfund Zucker, etwas Zimmet und Citronen-Schale, und laßt ihn nun gahr kochen. Istdieß befolgt, so nimmt man ihn vom Feuer,rührt ^ Pfund ausgewaschener Butter sachtdarunter und läßt den Reiß kalt werden Hier-auf rührt man zehn Eydotter dazu und denSchnee von dem Weißen der Eyer, Zimmet,Citronen - Schale wird herausgenommen. Dar-auf schält man Borsdorfer Aepfeln schneidetsie in Viertel, schwitzt sie mit Butter und Zuk»ker ein; streicht dann eine Form oder .ein Cas-seroll mit Butter aus, bestreut dieses mit gesriebener Semmel, thut darein zwey Fingerdick Reiß, darauf legt man die Aepfel, dannwieder Reiß :e. bis es voll ist. Zuletzt wirdder Reiß Stunde im heißen Ofen gebacken.Das Casseroll wird umgestürzt und der Reißwarm auf t>ie Tafel gegeben.