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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Essen Stadtwaldsiedlung.

Architekt Josef Rings.

monien das heißt Architektur. Der Grundriß ist die Basis. Ohne Grundriß keineGröße der Erfindung und des Ausdrucks, kein Rhythmus, kein Volumen, keinZusammenhang. Ohne Grundriß nur die den Menschen unerträgliche Empfindungdes Formlosen, Dürftigen, Ungeordneten und Willkürlichen. Der Grundriß er-fordert die aktiveste Erfindung. Er fordert zugleich strengste Disziplin. Der Grund-riß ist das entscheidende Moment. Ein Grundriß ist nicht so nett zu zeichnen wiedas Antlitz einer Madonna. Er ist eine strenge Abstraktion, nichts als eine für dasAuge trockene Mathematik. Aber die Arbeit des Mathematikers bleibt eine derhöchsten Aktivitäten des menschlichen Geistes. Die Einheit des Gesetzes ist dasGesetz des guten Grundrisses ein einfaches, unendlich variables Gesetz."

Auch das Wohnhaus von Wilhelm Riphahn in Köln-Braunsfeld will aus demGrundriß heraus verstanden werden (Bild S. 191). Riphahn, der Schöpfer der Basteiund der Straßenbahnwerkstätte in Köln (Bild S. 186), ist in der wohldurchdachtenKlarheit des GeStaltens einer der hoffnungsvollsten jüngeren Baumeister in denRheinlanden. Der tiefe Ernst seines Schaffens ist vor allem an seinen Siedlungenzu erkennen (Bild S. 194197).

Die Siedlung ist für unsere dicht bevölkerte Heimat die allerwichtigste sozialeund baukünstlerische Aufgabe. Die Staatliche Kunstakademie zu Düsseldorf, diedie Bedeutung der hier gestellten Aufgaben zeitig erkannt hat und einen Vertreterdes Ruhrsiedlungsverbandes als Dozenten an sich fesselte, hat nun noch einen be-sonderen Siedlungsfachmann als Professor berufen, Heinrich de Fries. Von ihmist in Bälde eine größere Arbeit über das Siedlungsproblem zu erwarten. Ich kannmich daher hier ganz kurz fassen.