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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Wesel.

Südliche Rheinbrücke.

hunderts, dadurch eine Zweckarchitektur in die Welt des Künstlerischen erheben zukönnen. Die Brückenpfeiler wurden mit mittelalterlichen oder barocken Torbautenbestellt. Bruno Möhring stattete Krohns Konstruktion der Bonner Rheinbrücke1898 mit reichem plastischem Eisenschmuck aus, und seine romantischen Brücken-torbauten und der Treppenaufgang wurden mit nicht weniger reicher dekorativerSteinplastik verziert. Die gleichzeitige Düsseldorfer Rheinbrücke erhielt, außer denmonumentalen barocken Torbauten des Akademieprofessors Adolf Schill, aufdem Mittelpfeiler noch ein mächtiges steinernes Standbild des bergischen Löwen(Bild S. 175a). Besonders reich veranlagte Phantasten schlugen später vor, hier dasBismarck-National-Denkmal, dann das Reichsehrenmal für unsere Gefallenen imWeltkriege zu errichten, und waren ganz stolz auf ihren Einfall. Selbst noch in denJahren 1910 und 1911 glaubte Franz Schwechten in Köln die Hohenzollern-brücke und die Südbrücke mit romanischen, von Türmen bewehrten Torbauten aus-statten zu müssen (Bild S. 176); Dinge, die glänzend passen zu Schwechtens verun-glücktem Kaiserpalast in Posen und seinem nicht weniger geglückten Regierungs-präsidium an der Rheinfront zu Koblenz. Der Berliner Bildhauer Riegelmann hattefür beide Brücken den plastischen Schmuck zu liefern. Die Hohenzollernbrücke er-hielt zu den beiden bronzenen Reiterstandbildern Friedrich Wilhelms IV. und Wil-helms I. von Preußen von Bläser und Drake, die einst die alte schwerfällige Gitter-kastenbrücke vom Jahre 1859 beschirmten, noch die Gesellschaft der Reiterstand-bilder Friedrichs III. und Wilhelms IL, an sich ganz vorzügliche Arbeiten von Tuail-lon. Und doch wieviel glücklicher sind da die schmucklosen Brücken am unteren