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Düsseldorf.Rheinische Stahlwerke. Garagen^und Chauffeurwohnungen. Erbaut 1924. Vgl. Bild S. 155 u. 154.
Architekt Emil Fahrenkamp.
Hause kein Verkehrshindernis sah, so wollte sie auch damals Vagedes' Vorschlagvom Jahre 1825 nicht zustimmen, „daß diese neue Verbindung den allgemeinenVerkehr fördern und zugleich eine seltene Größe und Pracht entfalten würde".Vagedes konnte aber wenigstens für die Gestaltung des Hindenburgwalles all-gemeine Richtlinien vorschreiben. Den Hofgarten rahmte er ein mit Tempel-fassaden, d. h. Ratinger Tor und Theater. Das Theater kam zwar auf den Markt-platz. Das heutige Theater auf dem Hindenburgwall von Ernst Giese stammt erstaus den 70er Jahren. Für die zusammenhängenden Häuserzeilen schrieb Vagedesvor: durchlaufende Geschoß- und Profilhöhen, die Fassaden ganz schlicht, nur dieStraßenecken oder bei einer längeren Häuserzeile der Mittelbau durch Wandpfeileroder flachen Giebel hervorgehoben. Mit anderen Worten sollte der Hindenburgwalleine geschlossene künstlerische Einheit bilden mit gut erkennbaren und bequemenstädtebaulichen Verbindungen nach der Alt- und Neustadt. Kein Geringerer alsKarl Friedrich Schinkel war begeistert von Vagedes' Stadtbauplänen. Das Ra-tinger Tor wurde sein Vorbild für die Torhäuser am Leipziger Platz in Berlin, und alser 1820 auf dem Hindenburgwall das Gymnasium zu bauen hatte 1 , wußte er Va-gedes' Ideen, was im Grunde ja auch seine städtebauliche Einstellung in Berlinauf dem Gendarmenmarkt, am Pariser und Leipziger Platz war, gerecht zu werden. ■Der Bau blieb absichtlich ganz schlicht, wohl über die Nachbarschaft etwas hinaus-ragend, aber sich deren Gesamtbild einfügend. Die übrige Nachbarschaft bebautein gleicher taktvoller Weise der vielbeschäftigte Anton Schnitzler 2 . Einige wenigeseiner vornehmen Wohnhäuser sind noch erhalten. Im übrigen haben Ende des19. Jahrhunderts Neubauten ohne Gefühl für städtebauliches Sicheinfügen die alteMelodie des Hindenburgwalles empfindlich gestört. Der erste künstlerisch inter-essante neuere Eingriff in das Bild des Hindenburgwalles war Olbrichs Tietzbauauf dem Gelände von Schinkels Gymnasium (Bild S. 158). Man beachte, wie er,trotz der vertikalen Streben, in den horizontalen Rahmenstücken der Fenster undder Dachbalkone sich dem Straßenzuge einzugliedern sucht (Bild S. 30, 29). Neben
1 Fritz Stahl „Schinkel". Verlag Ernst Wasmuth, A.-G., Berlin, Abb. S. 42.
2 Dr. Paul Sültenfuß „Das neue Düsseldorf nach Schleifung der Wälle" i. d. Zeitschrift
d. Rhein. Vereins f. Denkmalpflege u. Heimatschutz, XVII, S. 48 ff.